Website & Webdesign

Wie viele Menüpunkte sollte die Navigation meiner Website haben?

5 Min. Lesezeit | 21. Juli 2026

So wenige wie möglich – als Richtwert aus der Praxis haben sich rund fünf bis sieben Punkte im Hauptmenü bewährt. Jeder zusätzliche Eintrag verdünnt die Aufmerksamkeit für die übrigen und verwässert die Gewichtung: Das Menü signalisiert Besuchern wie Suchmaschinen, welche Seiten wichtig sind. Nachgeordnete Inhalte wie Impressum, Downloads oder Partnerhinweise gehören in die Fußzeile, nicht ins Hauptmenü.

Das Menü ist eine Gewichtungs-Entscheidung

Die Hauptnavigation ist mehr als eine Linkliste: Sie definiert aus Besuchersicht, woraus Ihre Website besteht, und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bereiche, die dort stehen. Jeder Menüpunkt konkurriert dabei mit allen anderen. Ein Menü mit fünf klaren Punkten führt; ein Menü mit zehn gleichrangigen Punkten stellt dem Besucher eine Aufgabe. Deshalb ist die Frage nach der Anzahl in Wahrheit eine Frage der Priorisierung: Welche Bereiche sollen die Aufmerksamkeit bekommen – und welche dürfen in die zweite Reihe?

Was ins Hauptmenü gehört – und was nicht

InhaltPlatz
Umsatzrelevante LeistungsbereicheHauptmenü, einzeln benannt
Referenzen / ProjekteHauptmenü
KontaktHauptmenü, hervorgehoben am Ende
Über uns / TeamHauptmenü oder Fußzeile, je nach Gewicht
Aktuelles, Downloads, PartnerFußzeile
Impressum, DatenschutzFußzeile
Ein typisches Muster in gewachsenen Websites: Die wichtigen Leistungen teilen sich einen einzigen Sammelpunkt „Leistungen", während Nebenthemen wie „Aktuelles" oder „Downloads" eigene Menüplätze belegen. Sinnvoller ist die Umkehrung – die zwei bis vier stärksten Leistungsbereiche einzeln benennen und die Nebenthemen bündeln oder in die Fußzeile verlagern.

Benennung: gängige Begriffe schlagen Kreativität

Besucher entschlüsseln keine Wortspiele. Menüpunkte funktionieren, wenn sie mit den Begriffen arbeiten, die Besucher erwarten: „Leistungen", „Referenzen", „Kontakt". Eigenbezeichnungen und interne Abteilungsnamen zwingen zum Raten und kosten Klicks. Dieselbe Logik gilt für die Struktur dahinter: Ein Menü, das das Organigramm des Betriebs abbildet, beantwortet interne Fragen – nicht die der Besucher.

Ein einfacher Test: Lassen Sie eine Person, die Ihren Betrieb nicht kennt, nur anhand der Menüpunkte beschreiben, was Sie anbieten. Was sie nicht benennen kann, ist falsch beschriftet oder falsch gewichtet.

Untermenüs und mobiles Menü

Wächst das Angebot, ordnen Untermenüs die zweite Ebene – mehr als zwei Ebenen sollte ein Menü aber nicht tragen. Was tiefer liegt, erreichen Besucher besser über Verweise im Inhalt und über die interne Verlinkung der Seiten untereinander. Auf dem Smartphone verdichtet sich die Navigation üblicherweise hinter dem Drei-Striche-Symbol; gerade dort rächen sich verschachtelte Ebenen, weil jedes Aufklappen ein zusätzlicher Schritt auf kleiner Fläche ist. Das mobile Menü verdient deshalb eine eigene Prüfung, nicht nur die verkleinerte Übernahme des Desktop-Menüs.

Was das Menü mit Sichtbarkeit zu tun hat

Die Hauptnavigation erscheint auf jeder Seite Ihrer Website – jede dort verlinkte Seite erhält damit von überall interne Link-Kraft. Suchmaschinen lesen daraus, welche Seiten der Betrieb selbst für zentral hält. Ein überfülltes Menü verteilt dieses Gewicht mit der Gießkanne; ein fokussiertes Menü konzentriert es auf die Seiten, die gefunden werden sollen. Wie viele Seiten eine Website insgesamt sinnvoll trägt, ist die verwandte Vorfrage – sie behandelt Wie viele Seiten braucht meine Website?.

Das Menü ergänzt dabei die Führung über die Startseiten-Sektionen, ersetzt sie aber nicht: Besucher, die nicht gezielt suchen, folgen dem Seitenaufbau statt dem Menü – welche Sektionen dort in welcher Reihenfolge stehen sollten, zeigt Was gehört auf die Startseite meiner Website?.