Strategie

Was gehört auf die Startseite?
Aufbau, Reihenfolge und Aufgaben der Sektionen

Die Startseite ist der meistbesuchte Punkt einer Website und zugleich der am häufigsten überfrachtete. Wer weiß, welche Aufgabe sie hat, kann sie in der richtigen Reihenfolge aufbauen — und den Besucher führen, statt ihn zu überfordern.

12 Min. Lesezeit21. Juli 2026

Auf die Startseite gehört alles, was einen Besucher in wenigen Sekunden orientiert und zum nächsten Schritt führt: eine klare Aussage über das Angebot und die Zielgruppe, ein Überblick über die Leistungen, sichtbare Vertrauenselemente, ein knapper Beleg der Kompetenz und eine eindeutige Handlungsaufforderung. Die Reihenfolge dieser Bausteine entscheidet darüber, ob der Besucher bleibt oder abspringt.

Viele Startseiten scheitern an einem Überschuss an Inhalten. Alles soll gleich sichtbar sein, jede Leistung schon auf der ersten Seite erklärt werden, jedes Argument sofort auf dem Tisch liegen. Das Ergebnis ist eine Seite ohne Rangordnung, auf der der Besucher selbst sortieren muss. Dieser Beitrag zeigt, welche Aufgabe die Startseite hat, welche Sektionen in welcher Reihenfolge auf sie gehören und wo die typischen Fehler liegen. Um die vorgelagerten Projektfragen geht es dabei bewusst nicht — die klärt unser Beitrag zu den Entscheidungen vor dem Website-Entwurf.

Wie der Besucher die Startseite liest

Vier Fragen, die er von oben nach unten stellt

1. Einordnung
Bin ich richtig?Was wird angeboten?Für wen?
Erster Bildschirm
2. Angebot
Welche Leistungen?Welcher Nutzen?Wohin weiter?
Leistungsüberblick
3. Vertrauen
Warum hier?ReferenzenBelege
Vertrauenselemente
4. Handlung
Wie geht es weiter?Klarer KontaktEin Ziel
Handlungsaufforderung

Jede Sektion beantwortet die Frage, die der Besucher an dieser Stelle im Kopf hat

Die eine Aufgabe der Startseite

Die Startseite ist die zentrale Einstiegs- und Verteilerseite einer Website. Ihre Aufgabe ist, den Besucher in wenigen Sekunden einzuordnen und zur passenden Unterseite weiterzuleiten; die vollständige Erklärung jedes Angebots übernehmen die Unterseiten. Sie ist der Knotenpunkt, an dem die Wege in die Tiefe der Website beginnen.

Ein Besucher kommt mit einer Frage: Findet er hier, was er sucht? Diese Frage muss die Startseite zuerst beantworten. Erst danach interessiert ihn, welche Leistungen es gibt, warum er ausgerechnet diesem Anbieter vertrauen sollte und wie er in Kontakt tritt. Wenn die Seite diese Reihenfolge umkehrt und mit Selbstdarstellung oder Firmengeschichte beginnt, verliert sie den Besucher, bevor er die eigentliche Botschaft erreicht.

Aus dieser Aufgabe folgt ein einfacher Maßstab für jeden Baustein: Hilft er dem Besucher, sich zu orientieren und den nächsten Schritt zu finden? Was diesen Zweck nicht erfüllt, gehört entweder auf eine Unterseite oder gar nicht auf die Website. Die Startseite gewinnt durch Auswahl, nicht durch Fülle.

Der erste Bildschirm entscheidet

Der erste Bildschirm ist der Bereich einer Seite, der ohne Scrollen sichtbar ist. Er ist der wertvollste Platz der gesamten Website, weil hier jeder Besucher landet und in Sekunden entscheidet, ob er weiterliest. Diese Fläche muss drei Fragen beantworten: Was wird angeboten, für wen, und was kann ich als Nächstes tun.

Was in den ersten Bildschirm gehört

  • Aussagekräftige Überschrift: in einem Satz, was das Unternehmen anbietet, in der Sprache der Zielgruppe
  • Erklärender Zusatz: ein kurzer Satz, der die Überschrift konkretisiert und den Nutzen benennt
  • Sichtbare Handlungsaufforderung: der klare nächste Schritt, ohne Suche erreichbar
  • Ein tragendes Bild: ein Motiv mit Bezug zum Angebot, kein austauschbares Schmuckbild

Verschenkt wird dieser Platz durch Überschriften, die nichts sagen — ein Firmenname allein, ein Begrüßungswort oder ein Slogan ohne Bezug zur Leistung. Ein Besucher, der nach drei Sekunden nicht weiß, ob er richtig ist, scrollt selten weiter. Welche Rolle die Wortwahl dabei spielt, vertieft unser Beitrag zu Kundensprache statt Fachjargon.

Praxis-Tipp:

Lesen Sie nur die Überschrift Ihres ersten Bildschirms laut vor und fragen Sie eine Person außerhalb des Betriebs, was das Unternehmen anbietet. Kommt sie nicht auf die Antwort, sagt die Überschrift zu wenig. Ein guter Einstieg funktioniert ohne das begleitende Bild und ohne Vorwissen über die Firma.

Die Bausteine einer Startseite in ihrer Reihenfolge

Eine tragfähige Startseite folgt einer inneren Logik: Sie führt den Besucher von der ersten Einordnung Schritt für Schritt bis zur Handlung. Die folgenden Bausteine haben sich in dieser Reihenfolge bewährt. Nicht jede Seite braucht alle, aber die Abfolge sollte stimmen.

  1. Erster Bildschirm mit Kernaussage: Angebot, Zielgruppe und nächster Schritt in einem Blick, ohne Scrollen.
  2. Leistungsüberblick: die wichtigsten Angebote als kompakte Auswahl, jeweils mit Verweis auf die zugehörige Leistungsseite.
  3. Nutzen für den Besucher: was der Kunde davon hat, in seiner Sprache formuliert, nicht als Aufzählung interner Merkmale.
  4. Vertrauenselemente: Referenzen, Bewertungen, Auszeichnungen oder bekannte Auftraggeber, dort, wo der Besucher zu zweifeln beginnt.
  5. Kompetenz- oder Über-uns-Anriss: ein kurzer Beleg, wer hinter dem Angebot steht, mit Weiterführung zur Über-uns-Seite.
  6. Abschließende Handlungsaufforderung: der klare Kontaktweg am Seitenende, für alle, die bis hierher gelesen haben.

Diese Reihenfolge folgt den Fragen des Besuchers und lässt sich an den Einzelfall anpassen. Zuerst will er wissen, ob er richtig ist, dann was es gibt, dann warum ausgerechnet hier, und am Ende, wie es weitergeht. Wer die Blöcke in dieser Logik anordnet, muss den Leser nicht überreden — die Seite beantwortet seine Fragen in der Reihenfolge, in der sie entstehen.

Die Handlungsaufforderung: der klare nächste Schritt

Eine Handlungsaufforderung ist der sichtbare Hinweis auf den nächsten Schritt, den ein Besucher gehen soll — ein Anruf, eine Anfrage, eine Terminbuchung. Sie ist der Punkt, an dem sich die gesamte Startseite auszahlt oder verpufft. Jede Seite braucht ein klares Hauptziel, auf das alles hinführt.

Dieses Hauptziel darf sich wiederholen: einmal im ersten Bildschirm und erneut am Seitenende, wo der überzeugte Leser ankommt. Sekundäre Wege wie eine Telefonnummer dürfen daneben stehen, treten aber optisch zurück. Sobald mehrere gleichwertige Buttons um die Aufmerksamkeit konkurrieren, bleibt die Klarheit aus: Der Besucher steht vor einer Wahl, die er oft gar nicht trifft. Wie eine Aufforderung wirksam formuliert wird, behandelt unser Beitrag zur Handlungsaufforderung auf der Website.

Was eine gute Handlungsaufforderung ausmacht

  • Konkret formuliert: der Nutzen steht im Button, nicht ein leeres „Absenden"
  • Optisch hervorgehoben: als klare Fläche erkennbar, abgesetzt vom Umfeld
  • Ohne Hürde: der Weg dahinter ist kurz und verlangt nur, was nötig ist
  • Konsistent wiederholt: dasselbe Ziel an mehreren Stellen, gleich benannt

Vertrauen sichtbar machen

Ein Besucher, der ein Angebot interessant findet, sucht als Nächstes nach Gründen, dem Anbieter zu glauben. Vertrauenselemente sind die sichtbaren Belege, die diese Frage beantworten, bevor sie laut gestellt wird. Sie gehören dorthin, wo der Zweifel entsteht: nach dem Leistungsüberblick, nicht ganz am Anfang und nicht versteckt im Fußbereich.

Wirksam sind Belege, die von außen kommen und überprüfbar sind: Kundenstimmen mit Namen, abgeschlossene Projekte, Auszeichnungen, Mitgliedschaften oder Zahlen zur Erfahrung. Sie wirken stärker als jede Selbstbeschreibung, weil sie einen überprüfbaren Beleg liefern. Welche gestalterischen Elemente Vertrauen auf einer Website aufbauen, zeigt unser Beitrag zu den Vertrauenselementen im Webdesign.

Häufiger Fehler:

Vertrauenselemente werden gesammelt am Seitenende abgeladen, weit entfernt von den Leistungen, auf die sie sich beziehen. Der Besucher, der bei einem Angebot zweifelt, erreicht den passenden Beleg nie. Ein Beleg wirkt dort, wo die Frage entsteht, nicht als nachgereichte Sammlung am Ende.

Startseite, Über-uns und Leistungsseite: die Aufgabenteilung

Viele Startseiten sind überfrachtet, weil sie Aufgaben übernehmen, die anderen Seiten gehören. Eine klare Aufgabenteilung hält jede Seite schlank und lässt jede für ihr Thema ranken.

Was die Startseite leistet

Die Startseite ordnet ein und verteilt. Sie beantwortet die Frage, ob der Besucher richtig ist, gibt einen Überblick und führt zur passenden Unterseite. Tiefe gehört bewusst nicht hierher.

Was die Leistungsseite leistet

Jede Leistungsseite behandelt genau ein Angebot vollständig: Ablauf, Nutzen, typische Fragen und einen eigenen Kontaktweg. Sie ist der Ort für die Tiefe, die auf der Startseite fehlen darf, und die Seite, die für ihr Fachthema in der Suche gefunden wird.

Was die Über-uns-Seite leistet

Die Über-uns-Seite zeigt, wer hinter dem Angebot steht, und schafft die persönliche Ebene, die eine Kaufentscheidung stützt. Auf der Startseite genügt ein kurzer Anriss mit Verweis dorthin. Wie diese Seite aufgebaut wird, beschreibt unser Beitrag dazu, wie man die Über-uns-Seite richtig aufbaut.

3 Sekunden

So kurz ist das Zeitfenster, in dem ein Besucher entscheidet, ob er auf der Startseite bleibt. In dieser Spanne muss der erste Bildschirm beantworten, was angeboten wird und für wen. Alles Weitere entscheidet sich erst, wenn diese erste Hürde genommen ist.

Was die Startseite technisch tragen muss

Inhalt und Reihenfolge wirken nur, wenn die Seite technisch trägt. Drei Anforderungen entscheiden darüber, ob die sorgfältig gebaute Startseite beim Besucher auch ankommt.

Am Smartphone zuerst

Der größte Teil der Besucher kommt über das Mobiltelefon. Der erste Bildschirm, der Leistungsüberblick und die Handlungsaufforderung müssen am kleinen Display genauso klar sein wie am Bildschirm. Was dort systematisch scheitert, behandelt unser Beitrag zur Mobile-First-Umsetzung für B2B-Websites.

Schnell geladen

Eine Startseite, die lange lädt, verliert Besucher, bevor der erste Bildschirm überhaupt erscheint. Große, unkomprimierte Bilder im Kopfbereich sind die häufigste Ursache. Die tragende Fläche sollte zügig stehen, bevor nachrangige Elemente nachladen.

Für die Suche lesbar

Ein aussagekräftiger Seitentitel, eine treffende Beschreibung und eine saubere Überschriften-Struktur sorgen dafür, dass die Startseite in der Suche richtig eingeordnet wird. Diese Angaben sind für den Besucher unsichtbar und für die Auffindbarkeit entscheidend.

Die häufigsten Fehler auf Startseiten

Bei der Durchsicht von Unternehmens-Startseiten wiederholen sich dieselben Muster. Die folgenden fünf treten am häufigsten auf und kosten am meisten.

1
Nichtssagender erster Bildschirm

Slogan oder Schmuckbild statt einer klaren Aussage zum Angebot

2
Alles auf einmal erklärt

Jede Leistung ausführlich schon auf der Startseite, ohne Rangordnung

3
Kein klares Hauptziel

Mehrere gleichwertige Buttons, zwischen denen der Besucher nicht wählt

4
Selbstdarstellung zuerst

Firmengeschichte im Einstieg, bevor der Nutzen für den Kunden steht

5
Vertrauen versteckt

Referenzen im Fußbereich, weit weg von der Stelle, an der gezweifelt wird

Die Punkte 1 bis 3 kosten am meisten Anfragen – sie betreffen Klarheit und Führung, nicht das Angebot selbst.

So gehen Sie den Aufbau der Startseite an

Eine überzeugende Startseite entsteht in einer festen Reihenfolge. Wer die Schritte einhält, baut die Seite um die Fragen des Besuchers herum statt um interne Wünsche.

  1. Ziel festlegen: die eine Hauptaktion bestimmen, auf die die gesamte Seite hinführt, bevor der erste Block entsteht.
  2. Kernaussage schärfen: in einem Satz festhalten, was angeboten wird und für wen — das wird die Überschrift im ersten Bildschirm.
  3. Bausteine anordnen: die Sektionen in der Reihenfolge der Besucherfragen festlegen, von der Einordnung bis zur Handlung.
  4. Tiefe auslagern: Detailinhalte auf die passenden Leistungs- und Über-uns-Seiten verschieben und von der Startseite verlinken.
  5. Vertrauen einbauen: Belege dort platzieren, wo der Zweifel entsteht, überprüfbar und mit Bezug zum jeweiligen Angebot.
  6. Technik prüfen: am Smartphone, unter Ladezeit und auf Lesbarkeit für die Suche testen, bevor die Seite live geht.

Wer die Startseite so aufbaut, muss den Besucher nicht überreden. Die Seite beantwortet seine Fragen in der Reihenfolge, in der sie entstehen, und macht den nächsten Schritt zur naheliegenden Wahl. Wenn trotz guter Struktur die Kontakte ausbleiben, lohnt der Blick auf die weiteren Ursachen in unserem Beitrag warum die Website keine Anfragen bringt.

Erster Bildschirm sagt, was und für wen

Angebot und Zielgruppe ohne Scrollen erkennbar

Ein klares Hauptziel

Eine Hauptaktion, sichtbar wiederholt, ohne konkurrierende Buttons

Tiefe auf den Unterseiten

Details auf Leistungs- und Über-uns-Seiten, von der Startseite verlinkt

Belege am Ort des Zweifels

Vertrauenselemente nah an den Leistungen, nicht im Fußbereich

Häufig gestellte Fragen

Eine Startseite, die führt

Die Startseite überzeugt durch Auswahl und Ordnung. Sie ordnet den Besucher ein, gibt ihm einen Überblick, belegt die Kompetenz an der richtigen Stelle und bietet einen klaren nächsten Schritt an. Alles Weitere gehört auf die Unterseiten, wo es in Ruhe und vollständig behandelt wird.

Ob eine Startseite trägt, entscheidet sich selten am Angebot und fast immer an der Führung: Beantwortet sie die Fragen des Besuchers in der Reihenfolge, in der sie entstehen, wird aus einem Besuch eine Anfrage. Wer die Seite von Beginn an um diese Fragen herum baut, spart sich die spätere Reparatur einer überfrachteten Startseite.

REDAKTIONELLE VERANTWORTUNG
Dagmar Seebo, CEO von ProXWorks®Dagmar Seebo

Dagmar Seebo, B.A., ist CEO von ProXWorks® und verbindet über 27 Jahre Erfahrung im E-Commerce und Marketing mit digitalem Know-how.

Die Inhalte entstehen unter Einsatz moderner KI-gestützter Systeme. Vor Veröffentlichung erfolgt die Überprüfung und redaktionelle Kontrolle durch Dagmar Seebo.

Antwort in 1 Werktag

Wir prüfen Ihre Startseite in 1 Werktag und benennen die Stellen, an denen Besucher den nächsten Schritt nicht finden.

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