Was gehört in den ersten Bildschirm der Startseite?
In den ersten Bildschirm – den Ausschnitt, der ohne Scrollen sichtbar ist – gehören drei Elemente: eine Kernaussage, die Leistung und Zielgruppe benennt, ein erster Vertrauens-Anker wie Region, Bewertung oder Erreichbarkeit, und eine erkennbare Handlungsaufforderung. Besucher entscheiden in diesem Ausschnitt über Bleiben oder Abspringen – was darunter liegt, sehen viele nie.
Warum dieser Ausschnitt so schwer wiegt
Der erste Bildschirm ist der Teil der Startseite, den ein Besucher unmittelbar nach dem Aufruf sieht – ohne zu scrollen, ohne zu klicken. In der Fachsprache heißt dieser Sichtbereich Above the Fold, nach dem oberen Teil der gefalteten Zeitung am Kiosk. Seine Bedeutung ergibt sich aus dem Verhalten der Besucher: Das Urteil über eine unbekannte Website fällt in Sekundenbruchteilen und stützt sich fast vollständig auf das, was sofort sichtbar ist. Wer in diesem Ausschnitt keinen Grund zum Bleiben findet, scrollt nicht – egal, wie gut der Rest der Seite ist.
Die drei Pflicht-Elemente
- Die Kernaussage: Ein Satz, der Leistung und Zielgruppe benennt – konkret statt wolkig. „Elektroinstallation für Gewerbe und Industrie in der Region" orientiert; ein Begrüßungssatz ohne Inhalt tut es nicht.
- Ein Vertrauens-Anker: Ein erstes, sofort erfassbares Signal der Seriosität – eine Bewertungszahl, die Region, eine sichtbare Telefonnummer oder ein Referenz-Hinweis. Der vollständige Beleg folgt weiter unten.
- Die Handlungsaufforderung: Ein deutlich erkennbarer Button oder Kontaktweg, der den nächsten Schritt benennt. Entschlossene Besucher sollen nicht suchen müssen.
Das Smartphone bestimmt die Messlatte
Am Desktop entworfen, am Smartphone entschieden: Für die Mehrheit der Besucher ist der erste Bildschirm ein Hochkant-Ausschnitt von deutlich geringerer Fläche. Elemente, die am Desktop bequem nebeneinander passen, stapeln sich dort untereinander – und schieben Kernaussage oder Handlungsaufforderung unter die Scroll-Grenze. Hinzu kommt der Einwilligungs-Dialog, der auf kleinen Bildschirmen einen erheblichen Teil des Sichtbereichs belegt. Deshalb gilt: den ersten Bildschirm zuerst für das Smartphone entwerfen und dort prüfen, ob alle drei Pflicht-Elemente ohne Scrollen erfassbar bleiben.
Was der erste Bildschirm nicht leisten muss
Der Ausschnitt muss orientieren, nicht überzeugen. Die vollständige Argumentation – Leistungen im Detail, Referenzen, Team – gehört in die Sektionen darunter; welche das sind und in welcher Reihenfolge sie folgen, behandelt Was gehört auf die Startseite meiner Website? als Gesamtbild. Wer versucht, alles in den ersten Bildschirm zu pressen, erreicht das Gegenteil: Überladung statt Orientierung.
Auch die Technik gehört zum ersten Eindruck
Der erste Bildschirm wirkt nur, wenn er schnell erscheint. Großformatige Bilder und automatisch startende Videos an dieser Stelle verzögern die Anzeige des wichtigsten Inhalts messbar – gerade im Mobilfunknetz. Bewährt haben sich komprimierte Bilder in modernen Formaten und der Verzicht auf schwere Effekte im obersten Bereich. Ein langsam aufbauender erster Bildschirm wird von vielen Besuchern nie gesehen: Sie sind zurück in der Suche, bevor die Seite steht.
Bleiben Anfragen trotz eines soliden ersten Bildschirms aus, liegt das Leck meist an anderer Stelle der Strecke – die systematische Fehlersuche beschreibt Warum bleiben die Kundenanfragen über meine Website aus?.