Shopware 6 im B2B: Shop, ERP und Auftragsmanagement als Gesamtsystem
Shopware 6, ERP und ein individuelles Auftragsmanagement bilden im Geschäftskundenhandel ein gemeinsames System. Jede der drei Ebenen übernimmt eine klar umrissene Aufgabe, und ihr Zusammenspiel wird vor dem ersten Entwicklungsschritt festgelegt.
Der digitale Vertrieb im Geschäftskundenhandel ruht auf drei Ebenen: Shopware 6 als Vertriebsplattform, dem ERP für die kaufmännischen Prozesse und einem individuellen Auftragsmanagement für die Abläufe dazwischen. ProXWorks® verbindet diese Ebenen so, dass Standards dort genutzt werden, wo sie stark sind, und individuelle Entwicklung dort ergänzt, wo Unternehmensprozesse vom Standard abweichen. Individuelle Preise, Produktvarianten und gewachsene interne Abläufe machen aus einem Shop-Projekt damit eine Entscheidung über die Systemarchitektur.
Darum geht es in diesem Beitrag: um durchgängige Prozesse statt Insellösungen und darum, wie sich Komplexität technisch beherrschen lässt, ohne sie an den Kunden weiterzugeben. Die zugehörigen Bildschirmansichten stehen auf der Seite E-Commerce in der Praxis.
Drei Systeme, drei Aufgaben
Wer im Gesamtsystem wofür zuständig ist
1. Shopware 6 als Vertriebsplattform
Shopware 6 bildet in unseren Projekten die Basis für den digitalen Vertrieb. Maßgeblich ist dabei eine klare Rollenteilung: Der Shop ist Vertriebs- und Kommunikationsoberfläche und trägt nicht die gesamte Unternehmenslogik.
In dem hier beschriebenen Projekt kommt die Shopware 6 Community Edition zum Einsatz, die Open-Source-Variante ohne Shopware-Lizenzkosten. Eigene Erweiterungen werden dort entwickelt, wo projektspezifische Anforderungen es erfordern. Ziel ist dabei langfristige Wartbarkeit und eine saubere Trennung zwischen Standard und Individualität, nicht eine möglichst spektakuläre Sonderlösung.
2. Praxisbeispiel YuboFiT®: Komplexität beherrschbar machen
Für YuboFiT® entstand ein B2B-Tee-Shop mit einem Sortiment, das in der Kombination aus Füllmengen, Verpackungen und Etiketten mehr als 27.000 Ausführungen abbildet. Hinzu kommen individuelle Preislogiken mit Mindestmengen, Staffelpreisen und Abfüllkosten sowie eine gewichtsbasierte Versandberechnung.
Entscheidend war dabei die beherrschte Abbildung dieser Komplexität im System, mit einer Nutzerführung, die für den Einkäufer nachvollziehbar bleibt, während Shop, Warenwirtschaft und Fulfillment im Hintergrund konsistent arbeiten.
Wie sich das im laufenden Betrieb darstellt, von der Artikelseite über den Konfigurator bis zum Wissensbereich, zeigen die Bildschirmansichten unter E-Commerce in der Praxis.
3. ERP und individuelles Auftragsmanagement als verbindende Ebene
Ein Shop kann viele Anforderungen abbilden, ein ERP-System viele kaufmännische Prozesse. Dazwischen liegen jedoch oft genau die Abläufe, die für Unternehmen geschäftskritisch sind.
Ein individuelles Auftragsmanagement kann hier ansetzen, etwa bei unternehmensspezifischen Workflows, Verantwortlichkeiten, Statuslogiken oder internen Freigaben. Welche Funktionen sinnvoll sind, ergibt sich aus der Analyse der realen Abläufe, nicht aus einem Baukasten. ProXWorks® versteht solche Lösungen deshalb als verbindende Ebene zwischen Shop, ERP und gelebter Unternehmenspraxis. Die Bausteine dafür stehen auf der Seite Handelssoftware.
Prüfen Sie vor der Systementscheidung, welche Abläufe heute in Tabellendateien und E-Mails liegen. Genau diese Stellen markieren die Lücke zwischen Shop und ERP und damit den Bereich, für den ein individuelles Auftragsmanagement in Frage kommt.
4. Wann individuelle Entwicklung sinnvoll ist
Nicht jede Anforderung rechtfertigt Individualsoftware. Wo Standards ausreichen, sollten sie genutzt werden. Individuelle Entwicklung ist dann sinnvoll, wenn sie reale Prozesse abbildet, Fehlerrisiken senkt und wirtschaftlichen Mehrwert schafft. Dupliziert sie lediglich Standards, bleibt sie außen vor.
Ein B2B-Shop-Projekt ist damit dann erfolgreich, wenn das Zusammenspiel aller Systeme gedacht wird und der Shop als ein Teil davon. Woran sich der Bedarf im Alltag erkennen lässt, behandelt der Beitrag zu Software für eigene Abläufe.
5. Vom Shop zur Systemarchitektur
Das YuboFiT®-Projekt verdeutlicht, dass digitale Handelsprozesse nur dann stabil skalieren, wenn Shop, ERP und individuelle Prozesse als Ganzes betrachtet werden. ProXWorks® entwickelt in diesem Sinne Onlineshops und verbindet die notwendigen Systeme zu einer belastbaren Gesamtlösung.
Wie eine Anbindung an die Warenwirtschaft bis in die Belege wirkt, behandelt der Beitrag zur E-Rechnung im B2B.
Häufig gestellte Fragen
Weil der Shop im Geschäftskundenhandel auf Angaben angewiesen ist, die anderswo entstehen. Individuelle Preise, Mindestmengen, konfigurierbare Ausführungen, Lieferzeiten und Belege hängen an Daten und Regeln aus der Warenwirtschaft und aus internen Abläufen. Wird der Shop als eigenständiges Projekt betrachtet, werden diese Verbindungen erst nach dem Start gebaut, häufig als Behelfslösung. Wird das Zusammenspiel von Anfang an gedacht, entsteht eine Architektur, in der jedes System die Aufgabe übernimmt, für die es gemacht ist.
Shopware 6 ist die Vertriebs- und Kommunikationsoberfläche. Dort findet der Kunde das Sortiment, konfiguriert seine Ausführung, sieht seinen Preis und löst seine Bestellung aus. Die kaufmännische Verarbeitung und die internen Abläufe liegen in anderen Systemen. Diese Rollenteilung hält den Shop schlank und ermöglicht es, ihn weiterzuentwickeln, ohne jedes Mal die Prozesse des Unternehmens anzufassen.
Nein. Der Quellcode der Plattform liegt offen und ist an keinen Vertrag gebunden. Der Betrieb kann den Dienstleister wechseln, ohne die Software zu wechseln, und entscheidet selbst, wann eine Aktualisierung eingespielt wird. Entscheidend für diese Freiheit ist, wo die eigenen Erweiterungen liegen: Sind sie sauber von der Plattform getrennt, kann ein anderes Team sie übernehmen. Sind sie in den Kern gebaut, entsteht eine Abhängigkeit, die sich später nur mit Aufwand auflöst.
Wenn zwischen Bestellung und Auslieferung Abläufe liegen, die weder der Shop noch die Warenwirtschaft führt. Typisch sind eigene Freigabestufen, Zuständigkeiten je Arbeitsschritt, Statuslogiken über mehrere Stationen und Auswertungen, die es so nur in diesem Unternehmen gibt. Werden diese Abläufe in Tabellendateien und E-Mails geführt, fehlt der Überblick genau dort, wo er wirtschaftlich zählt. Welche Funktionen sinnvoll sind, ergibt sich aus der Analyse der tatsächlichen Abläufe.
Der Standard reicht, solange ein Ablauf sich ohne Verrenkung darin abbilden lässt. Eigene Entwicklung lohnt sich, wenn sie einen realen Prozess abbildet, ein Fehlerrisiko senkt oder Arbeitszeit einspart, die heute manuell anfällt. Sie lohnt sich nicht, wenn sie eine vorhandene Standardfunktion nachbaut. Ein brauchbarer Prüfmaßstab ist die Frage, was der Verzicht kostet: Bleibt nur eine Bequemlichkeit auf der Strecke, reicht der Standard.
An drei Anzeichen im Alltag. Erstens wird dieselbe Angabe zweimal gepflegt, etwa ein Artikel im Shop und in der Warenwirtschaft. Zweitens liegen wichtige Vorgänge in Tabellendateien neben der eigentlichen Software. Drittens dauert eine einfache Auskunft zu lange, etwa die Frage nach dem Stand eines bestimmten Auftrags. Jedes dieser Anzeichen kostet Arbeitszeit und führt zu Angaben, die voneinander abweichen. Die Ursache liegt in diesen Fällen in der Verbindung zwischen den Systemen.
Der erste Schritt vor der Systementscheidung
Zeichnen Sie auf, welche Systeme heute im Einsatz sind und welche Angabe in welchem davon entsteht. Markieren Sie anschließend die Stellen, an denen dieselbe Angabe zweimal gepflegt wird oder ein Vorgang eine Tabellendatei verlässt. Diese Markierungen sind die Anforderungsliste für das Projekt.
Aus ihr ergibt sich, was der Standard abdeckt, welche Systeme verbunden gehören und wo eigene Entwicklung wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Reihenfolge lohnt sich, weil sie die teuren Entscheidungen an den Anfang stellt, solange sie noch günstig zu ändern sind.
Wir sagen Ihnen in 1 Werktag, was der Standard abdeckt und wo eigene Entwicklung sich rechnet.
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