E-Commerce

Checkout

Der Checkout ist der eigentliche Bestell-Vorgang in einem Online-Shop – vom Warenkorb über Adress- und Zahlungs-Eingabe bis zur Bestellbestätigung. Hier entscheidet sich, ob ein interessierter Besucher zum Käufer wird.

Der Checkout ist der wirtschaftlich kritischste Bereich jedes Online-Shops. Jeder überflüssige Schritt, jedes nicht benötigte Eingabefeld und jede nicht angebotene Bezahlmethode verlieren Bestellungen – mit unmittelbarer Wirkung auf den Umsatz.

In einfachen Worten

Der Checkout funktioniert wie die Kasse eines Ladens: Wer es bis hierhin geschafft hat, ist grundsätzlich kaufbereit. Die einzige Aufgabe des Checkouts ist es, den Weg zur abgeschlossenen Bestellung so reibungsarm wie möglich zu gestalten. Reibung entsteht durch zu viele Formularfelder, durch erzwungene Konto-Registrierung, durch fehlende oder schwer zu findende Bezahlmethoden, durch späte Zusatzkosten (Versand, Bearbeitung), durch unklare Fehlermeldungen und durch fehlende Vertrauens-Signale. Etablierte Studien aus dem internationalen E-Commerce-Bereich – allen voran die Veröffentlichungen des Baymard Institute – dokumentieren regelmäßig, dass ein erheblicher Anteil der Warenkörbe im Checkout abgebrochen wird (Warenkorbabbruch); die genauen Werte unterscheiden sich nach Branche, Endgerät und Zielgruppe.

Wozu brauche ich das?

Ein gut optimierter Checkout ist der wirkungsvollste einzelne Hebel zur Umsatz-Steigerung in einem Online-Shop. Bevor zusätzliche Marketing-Budgets in mehr Traffic investiert werden, sollte der Checkout in Ordnung sein – sonst werden teuer gewonnene Besucher im letzten Schritt verloren. Auch für B2B-Shops mit kleiner Bestell-Frequenz, aber hohem Bestellwert ist die Optimierung wirtschaftlich, weil bereits einzelne verhinderte Abbrüche relevante Umsätze sichern.

Beispiel aus der Praxis

Eine typische Ausgangslage: Ein Online-Shop für Sportbedarf führt einen mehrstufigen Checkout mit Pflicht-Registrierung und einer hohen Zahl an Eingabefeldern. Die Abbruch-Quote auf den Checkout-Seiten ist hoch. Mit einer abgestimmten Überarbeitung verschiebt sich das Bild: Der Vorgang wird auf wenige zusammengefasste Schritte reduziert, die Gast-Bestellung wird zum Standard, Adress-Autovervollständigung und Express-Bezahl-Verfahren werden ergänzt, und die zu erwartenden Gesamtkosten erscheinen früh statt erst auf der Bezahl-Seite. Die Quote der abgeschlossenen Bestellungen zieht spürbar an, ohne dass am Sortiment, am Preis oder am Werbe-Budget etwas geändert wurde.

Wirtschaftlicher Nutzen

Checkout-Optimierungen gehören zu den wirtschaftlich attraktivsten Maßnahmen im E-Commerce, weil sie an genau der Stelle ansetzen, an der bereits kaufbereite Besucher verloren gehen. Jede zurückgewonnene Bestellung wirkt direkt im Umsatz, ohne dass zusätzliche Werbe-Ausgaben anfallen. Auch einzelne Verbesserungen – etwa die Ergänzung verbreiteter Express-Bezahl-Verfahren, eine frühzeitige Anzeige der Versand-Kosten oder die Reduktion der Pflicht-Felder – wirken oft sofort und bleiben dauerhaft im Bestell-Vorgang aktiv.

Typische Fehler

  • Pflicht zur Konto-Registrierung statt Gast-Bestellung – einer der häufigsten Gründe für Abbrüche bei Erst-Kunden.
  • Versand- und Zusatzkosten erst auf der letzten Bezahl-Seite eingeblendet – die plötzliche Erhöhung des Gesamtpreises führt regelmäßig zum Abbruch.
  • Zu wenige Bezahl-Verfahren angeboten – wer eine erwartete Bezahl-Methode nicht findet, kauft häufig nicht.
  • Fehler-Meldungen unklar oder ohne Erklärung formuliert – Frust statt Lösung, der Vorgang wird abgebrochen.
  • Keine Fortschritts-Anzeige – Besucher wissen nicht, wie viele Schritte noch folgen, und überschätzen den verbleibenden Aufwand.

Worauf achten?

  • Gast-Bestellung verbindlich anbieten – die Pflicht zur Konto-Registrierung vertreibt Erst-Kunden.
  • Versand- und Zusatzkosten früh sichtbar machen – im Warenkorb, nicht erst auf der Bezahl-Seite.
  • Mobile Usability sicherstellen – die Mehrheit der Bestellungen läuft heute über Smartphone und Tablet.
  • Vertrauens-Signale wie Bewertungen, Auszeichnungen und Bezahl-Logos im Checkout sichtbar platzieren.
  • Eine Fortschritts-Anzeige integrieren, damit Besucher den verbleibenden Aufwand realistisch einschätzen können.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Checkout in einem Online-Shop?

Der Checkout ist die Strecke vom Warenkorb über die Eingabe von Adress- und Zahlungsdaten bis zur Bestellbestätigung. Er entscheidet, ob aus einem gefüllten Warenkorb tatsächlich eine Bestellung wird.

Wie viele Schritte sollte ein Checkout haben?

So wenige wie nötig. In den meisten Shops lassen sich die klassischen drei bis vier Schritte auf zwei zusammenfassen, ohne dass Informationen verloren gehen. Entscheidend ist nicht die Schritt-Zahl allein, sondern die Anzahl der Pflichtfelder pro Schritt.

Lohnt sich eine Gast-Bestellung?

Ja. Die Pflicht zur Konto-Registrierung ist einer der häufigsten Gründe für Abbrüche bei Erst-Kunden. Eine Gast-Bestellung mit optionaler Konto-Erstellung nach Abschluss der Bestellung kombiniert beide Wege ohne Einbußen bei der Bindung.

Welche Bezahl-Verfahren sollten angeboten werden?

Mindestens die in der jeweiligen Zielgruppe verbreiteten Verfahren – im deutschen Markt typischerweise Rechnung, Lastschrift, Karte, ein oder zwei Wallet-Verfahren sowie ein Käuferschutz-orientiertes Bezahl-Verfahren. Welche konkret sinnvoll sind, hängt von Zielgruppe und Warengruppe ab.

Wann sollten Versand-Kosten angezeigt werden?

So früh wie möglich – idealerweise bereits im Warenkorb, spätestens beim Übergang in den Checkout. Eine erst auf der Bezahl-Seite sichtbare Erhöhung des Gesamtpreises führt regelmäßig zu Abbrüchen, weil die Erwartungs-Haltung an den Endpreis nicht eingehalten wird.