E-Commerce

Verfügbarkeitsanzeige

Die Verfügbarkeitsanzeige ist die Angabe auf der Produktseite, ob ein Artikel lieferbar ist und in welcher Frist er den Kunden erreicht; sie wird aus dem Lagerbestand und der Beschaffungszeit des Artikels berechnet.

Die Verfügbarkeitsanzeige ist ein Baustein der Produktdetailseite, bezieht ihre Werte aus der Warenwirtschaft und gehört zu den Angaben, deren Fehlen den Warenkorbabbruch am stärksten begünstigt.

In einfachen Worten

Vor dem Kauf will der Kunde wissen, ob der Artikel da ist und wann er ankommt. Die Verfügbarkeitsanzeige beantwortet beide Fragen aus zwei Werten: dem Bestand, den die Warenwirtschaft für den Artikel führt, und der Frist, die zwischen Bestellung und Zustellung liegt. Ist der Artikel am Lager, ergibt sich die Frist aus Bearbeitung und Versandlaufzeit. Ist er nicht am Lager, kommt die Beschaffungszeit beim Lieferanten hinzu, und die Anzeige nennt eine längere Frist oder einen Liefertermin. Auf der Produktseite erscheint das Ergebnis als Text oder Symbol neben dem Preis, bei Varianten je gewählter Ausführung. Der Wert wird beim Aufruf der Seite aus dem führenden System gelesen oder in kurzen Abständen abgeglichen; als gepflegter Text veraltet er, sobald die erste Bestellung des Tages eingeht. Ein Hinweis auf die Bestellfrist für den Versand am selben Tag ergänzt die Anzeige.

Wozu brauche ich das?

Für einen Händler, dessen Kunden termingebunden bestellen, ist die Lieferfrist ein Kaufkriterium neben dem Preis. Sie richten dafür die Anzeige so ein, dass sie den Bestand aus Ihrer Warenwirtschaft liest, je Artikel eine Beschaffungszeit hinterlegt hat und daraus eine Frist berechnet. Artikel ohne Bestand und ohne Beschaffungszeit werden als Anfrageartikel gekennzeichnet, damit der Kunde den Weg zur Klärung findet, statt eine unklare Bestellung aufzugeben.

Beispiel aus der Praxis

Ein Großhändler für Sanitärtechnik beliefert Installationsbetriebe, die Material für einen Baustellentermin bestellen. Der Shop zeigt bei jedem Artikel den gepflegten Text „lieferbar", auch bei Positionen, die erst beim Hersteller bestellt werden müssen. Die Betriebe rufen vor jeder größeren Bestellung im Innendienst an, um die Lieferfrist zu klären, und beschweren sich nach verspäteten Lieferungen über den verpassten Baustellentermin. Der Händler lässt den Bestand beim Seitenaufruf aus der Warenwirtschaft lesen, hinterlegt je Lieferant eine Beschaffungszeit und zeigt daraus eine Frist mit Datum an. Für Lagerware erscheint die Bestellfrist für den Versand am selben Tag. Die Anrufe zur Lieferfrist gehen zurück, und die Beschwerden wegen unklarer Fristen bleiben aus.

Wirtschaftlicher Nutzen

Eine belastbare Verfügbarkeitsanzeige wirkt auf beide Seiten des Kaufs. Vor dem Kauf senkt sie die Zahl der Abbrüche, die entstehen, weil die Lieferfrist erst im Checkout oder gar nicht sichtbar wird. Nach dem Kauf senkt sie die Zahl der Beschwerden und Stornierungen, die aus einer Frist entstehen, die der Shop versprochen und das Lager nicht gehalten hat. Die Wirkung steht und fällt mit der Anbindung an die Warenwirtschaft.

Typische Fehler

  • Die Verfügbarkeit ist ein gepflegter Text, der nicht mit dem Bestand der Warenwirtschaft verbunden ist und nach der ersten Bestellung falsch ist.
  • Artikel ohne Lagerbestand werden als lieferbar angezeigt, weil die Beschaffungszeit beim Lieferanten nicht hinterlegt ist.
  • Die Lieferfrist erscheint erst im Checkout, sodass der Kunde sie nach dem Befüllen des Warenkorbs erfährt und den Kauf abbricht.
  • Bei Varianten gilt eine Anzeige für alle Ausführungen, obwohl einzelne Größen oder Farben nicht am Lager sind.
  • Die Anzeige nennt eine Frist in Werktagen, ohne zu sagen, ab wann sie zählt und bis wann eine Bestellung noch am selben Tag versendet wird.

Worauf achten?

  • Den Bestand beim Seitenaufruf aus der Warenwirtschaft lesen oder in kurzen Abständen abgleichen, nie als Text pflegen.
  • Je Artikel oder Lieferant eine Beschaffungszeit hinterlegen, damit auch Artikel ohne Lagerbestand eine berechnete Frist bekommen.
  • Die Frist als Datum oder als Spanne mit Bezugspunkt angeben, einschließlich der Bestellfrist für den Versand am selben Tag.
  • Bei Varianten die Verfügbarkeit je Ausführung anzeigen und nicht lieferbare Kombinationen in der Auswahl kennzeichnen.
  • Für Artikel ohne Bestand und ohne Beschaffungszeit einen Anfrageweg anbieten statt einer Bestellung mit offener Frist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Verfügbarkeitsanzeige?

Die Verfügbarkeitsanzeige ist die Angabe auf der Produktseite, ob ein Artikel lieferbar ist und in welcher Frist er ankommt. Sie wird aus dem Lagerbestand und der Beschaffungszeit des Artikels berechnet und beim Aufruf der Seite aus der Warenwirtschaft gelesen.

Wie wird die Lieferfrist im Shop berechnet?

Für Lagerware aus Bearbeitungszeit und Versandlaufzeit. Für Artikel ohne Bestand kommt die hinterlegte Beschaffungszeit beim Lieferanten hinzu. Das Ergebnis wird als Datum oder als Spanne mit Bezugspunkt angezeigt.

Warum sollte die Verfügbarkeit nicht als Text gepflegt werden?

Ein gepflegter Text ändert sich nicht, wenn eine Bestellung den Bestand verbraucht. Er ist nach der ersten Bestellung des Tages falsch und erzeugt Beschwerden über Fristen, die der Shop versprochen und das Lager nicht gehalten hat.

Was gehört in die Verfügbarkeitsanzeige?

Der Lieferstatus, die Frist mit Bezugspunkt, bei Lagerware die Bestellfrist für den Versand am selben Tag und bei Varianten der Status je Ausführung.