E-Commerce

Produktkonfigurator

Ein Produktkonfigurator lässt Kunden einen Artikel aus vorgegebenen Merkmalen zusammenstellen und zeigt zu jeder Auswahl den zugehörigen Preis.

Der Konfigurator sitzt auf der [[produktdetailseite|Produktdetailseite]] und übernimmt dort die Auswahl, die im Geschäftskundenhandel sonst über Rückfragen beim Vertrieb läuft.

In einfachen Worten

Ein Konfigurator besteht aus drei Teilen. Der erste ist das Regelwerk: Welche Merkmale gibt es, welche Werte sind je Merkmal möglich, und welche Kombinationen schließen einander aus. Der zweite ist die Preisbildung, die zu jeder gültigen Kombination einen Betrag liefert, samt Mengenabhängigkeit und einmaligen Anteilen. Der dritte ist die Zustandsführung: Die getroffene Auswahl begleitet den Kunden bis in den Warenkorb und weiter in die Bestellung, damit später nachvollziehbar bleibt, was er zusammengestellt hat. Die Abgrenzung zur einfachen Auswahl von Produktvarianten liegt in der Zahl der Merkmale und in den Regeln zwischen ihnen.

Wozu brauche ich das?

Gebraucht wird ein Konfigurator, sobald ein Artikel in so vielen Ausführungen vorliegt, dass eine Liste unübersichtlich wird, oder sobald der Preis von mehreren Merkmalen gleichzeitig abhängt. Typisch sind Zuschnitte, Bedruckungen, Abfüllungen und technische Ausstattungen. Ohne ihn beginnt jede Anfrage mit einer Rückfrage.

Beispiel aus der Praxis

Ein Kunde wählt auf der Artikelseite eine Verpackung, gibt eine Menge ein und entscheidet über eine Beschriftung. Nach der Mengeneingabe erscheint der Betrag in seinen Bestandteilen, und eine Menge unterhalb der Mindestabnahme führt zu einer Erklärung, welche Stückzahl nötig ist. Die Auswahl wandert unverändert in den Warenkorb. Auf der Bestellung steht später dieselbe Kombination, die der Kunde gesehen hat.

Wirtschaftlicher Nutzen

Ein Konfigurator verlagert Auskünfte zu Ausführungen und Preisen vom Vertrieb in die Anwendung. Anfragen kommen durchgerechnet herein, Rückfragen zu Preisen und Mindestmengen entfallen, und der Kunde entscheidet ohne Wartezeit. Für den Betrieb sinkt damit der Aufwand je Anfrage, und die Zahl der Anfragen, die ohne Abschluss enden, geht zurück.

Typische Fehler

  • Die Preisbildung im Browser nachgebaut – nach der ersten Regeländerung weicht die Anzeige von der Bestellung ab.
  • Ausgeschlossene Kombinationen erst beim Abschluss geprüft – der Kunde konfiguriert etwas, das er nicht bestellen kann.
  • Die Auswahl nicht an der Bestellposition gespeichert – die Zusammenstellung lässt sich später nicht nachvollziehen.
  • Unterschreitungen von Mindestmengen ohne Erklärung abgewiesen – der Kunde erfährt nicht, welche Menge nötig wäre.
  • Jede Kombination als eigener Stammartikel angelegt – die Pflege wächst mit jeder Merkmalsänderung ins Unübersichtliche.

Worauf achten?

  • Die verbindliche Berechnung als Geschäftslogik serverseitig halten und die Anzeige daraus speisen.
  • Ausschlussregeln bereits bei der Auswahl wirken lassen, damit ungültige Kombinationen gar nicht entstehen.
  • Die vollständige Auswahl an der Bestellposition speichern, damit sie in Beleg und Rückfrage verfügbar bleibt.
  • Grenzwerte erklären und die nötige Menge oder Alternative nennen.
  • Prüfen, ob einzelne Kombinationen eigene Seiten verdienen, weil Kunden gezielt danach suchen.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich ein Konfigurator von einer Variantenauswahl?

In der Zahl der Merkmale und in den Regeln zwischen ihnen. Eine Variantenauswahl bietet wenige feste Ausführungen an. Ein Konfigurator kombiniert mehrere Merkmale, schließt unzulässige Kombinationen aus und berechnet den Preis aus der Kombination.

Wo wird der Preis berechnet?

Auf dem Server. Eine Berechnung im Browser kann die Anzeige beschleunigen, liefert aber keinen verbindlichen Betrag und läuft bei jeder Regeländerung auseinander.

Brauchen konfigurierbare Artikel eigene Seiten?

Dort, wo Kunden gezielt nach einer bestimmten Ausführung suchen, lohnt sich eine eigene Adresse für diese Kombination. Wo die Auswahl erst im Gespräch entsteht, genügt eine Seite mit Konfigurator.