Kundenindividuelle Preise
Kundenindividuelle Preise sind Verkaufspreise, die pro Kunde oder Kundengruppe aus hinterlegten Konditionen, Mengenstaffeln und befristeten Aktionen entstehen und erst nach der Anmeldung im Shop sichtbar werden.
Die Preisfindung ist der Punkt, an dem ein Geschäftskunden-Shop technisch an die Warenwirtschaft gebunden ist.
In einfachen Worten
Im Geschäftskundengeschäft ist der Preis das Ergebnis einer Vereinbarung. Er entsteht aus einer Grundpreisliste, aus kundenspezifischen Konditionen, aus Mengenstaffeln und aus befristeten Aktionen, die je nach Kunde unterschiedlich zusammenwirken. Die Reihenfolge dieser Regeln ist die eigentliche Preisfindung, und sie liegt üblicherweise im ERP. Der Shop fragt den gültigen Preis für Kunde, Artikel, Menge und Datum ab und zeigt ihn nach der Anmeldung an. Für den Zustand davor gibt es drei gängige Wege: den Listenpreis zeigen, auf die Anmeldung hinweisen oder den Preisbereich schließen. Welcher Weg trägt, hängt davon ab, wie weit die Konditionen auseinanderliegen und wie offen das Sortiment im Markt kommuniziert wird.
Wozu brauche ich das?
Kundenindividuelle Preise machen den Shop für Bestandskunden überhaupt erst brauchbar. Ein Kunde, der seine ausgehandelte Kondition im Shop nicht wiederfindet, bestellt weiter beim Innendienst, und das Projekt verfehlt seinen Zweck. Eine korrekte Preisfindung entlastet den Vertrieb von Rückfragen zu Staffeln und Gültigkeiten, weil der Kunde den Preis für seine Menge selbst sieht. Für Positionen außerhalb der hinterlegten Regeln bleibt der Weg über die Angebotsanfrage im Shop.
Beispiel aus der Praxis
Ein Großhändler für Elektroinstallation führt drei Preisebenen: eine Grundpreisliste, kundenspezifische Nachlässe je Warengruppe und Mengenstaffeln ab definierten Abnahmemengen. Im Shop sieht ein angemeldeter Kunde seinen Nettopreis für die eingegebene Menge, darunter die nächste Staffel mit der dafür nötigen Menge. Die Werte stammen aus der Warenwirtschaft; der Shop hält sie nur so lange vor, wie es die Anzeige erfordert, und trennt den Zwischenspeicher je Kundenkonto. Ändert der Vertrieb eine Kondition, wirkt sie beim nächsten Aufruf.
Wirtschaftlicher Nutzen
Die Preisfindung entscheidet über die Akzeptanz des gesamten Bestellwegs. Stimmen die Preise, verlagern sich Routinebestellungen in den Shop, der Checkout endet ohne Rückfrage und der Innendienst gewinnt Zeit. Stimmen sie nicht, entstehen Gutschriften, Korrekturen und Vertrauensschaden bei genau den Kunden, die am meisten bestellen. Sichtbare Staffeln wirken zusätzlich auf die Bestellmenge, weil der Kunde den Abstand zur nächsten Stufe sieht, ohne nachfragen zu müssen.
Typische Fehler
- Preise werden im Shop zusätzlich gepflegt: Zwei Quellen für denselben Wert laufen mit jeder Konditionsänderung weiter auseinander, und im Shop entsteht ein zweites Datensilo.
- Der Zwischenspeicher trennt nicht nach Kundenkonto, sodass ein Kunde die Kondition eines anderen sieht.
- Mengenstaffeln bleiben unsichtbar und wirken erst im Warenkorb, wodurch die Absatzwirkung der Staffel verpufft.
- Netto- und Bruttodarstellung sind nicht eindeutig gekennzeichnet, was bei gemischten Zielgruppen zu Fehlbestellungen führt.
- Befristete Konditionen laufen ohne Hinweis aus, und der Kunde bemerkt die Änderung erst auf der Rechnung.
Worauf achten?
- Die Preisfindung im führenden System belassen und im Shop ausschließlich abfragen.
- Zwischenspeicher strikt je Kundenkonto trennen und für Preisdaten kurz halten.
- Die nächste Mengenstaffel mit der dafür nötigen Menge direkt am Artikel ausweisen.
- Netto- oder Bruttodarstellung je Kundengruppe eindeutig kennzeichnen.
- Gültigkeitszeiträume anzeigen, damit befristete Konditionen nicht unbemerkt auslaufen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind kundenindividuelle Preise?
Kundenindividuelle Preise sind Verkaufspreise, die pro Kunde oder Kundengruppe aus hinterlegten Konditionen, Mengenstaffeln und befristeten Aktionen entstehen. Sie werden im Shop nach der Anmeldung angezeigt.
Wo wird die Preisfindung gepflegt, im Shop oder im ERP?
Im ERP. Dort liegen Konditionen, Staffeln und Gültigkeiten ohnehin, weil sie auch für Angebot, Auftrag und Rechnung gelten. Der Shop fragt den gültigen Preis ab; eine zweite Pflege im Shop führt zu abweichenden Ständen.
Sollten Mengenstaffeln im Shop sichtbar sein?
Ja. Sichtbare Staffeln beantworten die Frage nach der günstigeren Menge, bevor sie im Innendienst gestellt wird. Üblich ist die Anzeige der nächsten Stufe samt der dafür nötigen Menge direkt am Artikel.
Was ist beim Zwischenspeichern von Preisen zu beachten?
Preisdaten dürfen nur kundenbezogen zwischengespeichert werden. Ein gemeinsamer Zwischenspeicher über mehrere Konten hinweg führt dazu, dass ein Kunde die Kondition eines anderen sieht. Für Preisdaten ist eine kurze Speicherdauer angemessen.