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Integrationsplattform (iPaaS)

Eine Integrationsplattform, englisch Integration Platform as a Service (iPaaS), ist ein Onlinedienst, der verschiedene Programme über vorgefertigte Konnektoren verbindet und Daten nach festgelegten Regeln zwischen ihnen überträgt, umwandelt und protokolliert.

Die Integrationsplattform bündelt die einzelnen [[schnittstelle|Schnittstellen]] eines Betriebs an einer Stelle; welche Felder sie zwischen den Systemen bewegt und wie, legt das [[datenmapping|Datenmapping]] fest.

In einfachen Worten

In einem gewachsenen Betrieb sind Warenwirtschaft, Onlineshop, Buchhaltung, Kundenverwaltung und Ticketsystem häufig paarweise miteinander verbunden. Jede dieser Verbindungen wurde einzeln gebaut, wird einzeln überwacht und fällt einzeln aus. Eine Integrationsplattform setzt sich in die Mitte: Jedes System wird einmal an die Plattform angeschlossen, und die Plattform verteilt die Daten. Ein Konnektor ist dabei ein fertiger Anschluss für ein bestimmtes Programm, der dessen API anspricht, die Anmeldung übernimmt und die Datenstruktur kennt. Für Programme ohne fertigen Konnektor lassen sich eigene Anschlüsse über Standardprotokolle einrichten. Die Plattform erledigt die Aufgaben, die bei jeder Verbindung anfallen: Daten umwandeln, fehlgeschlagene Übertragungen wiederholen, jede Übertragung protokollieren und bei Störungen benachrichtigen. Der Betrieb sieht an einer Stelle, welche Daten wann wohin geflossen sind.

Wozu brauche ich das?

Eine Integrationsplattform lohnt sich, sobald drei oder mehr Systeme Daten austauschen und die Einzelverbindungen unübersichtlich werden. Typische Einsätze sind die Übertragung von Bestellungen aus dem Onlineshop in die Warenwirtschaft, der Abgleich von Kundenstammdaten zwischen Vertrieb und Buchhaltung und die Weitergabe von Rechnungsdaten an die Finanzbuchhaltung.

Beispiel aus der Praxis

Ein Großhändler für Sanitärbedarf betreibt einen Onlineshop, eine Warenwirtschaft, ein Ticketsystem für den Kundendienst und eine Buchhaltung. Über die Jahre sind fünf Einzelverbindungen entstanden, zwei davon als nächtliche Dateiexporte. Fällt eine aus, bemerkt es der Innendienst erst an fehlenden Aufträgen. Nach der Umstellung hängen alle vier Systeme an einer Integrationsplattform. Bestellungen erreichen die Warenwirtschaft wenige Minuten nach dem Kauf, Lieferstatus fließen zurück in den Shop, und jede gescheiterte Übertragung erscheint mit Ursache in einer Fehlerliste, die der Innendienst morgens abarbeitet.

Wirtschaftlicher Nutzen

Die Plattform senkt den Aufwand für Betrieb und Überwachung, weil alle Verbindungen nach denselben Regeln laufen und an einer Stelle sichtbar sind. Ein neues System wird einmal angeschlossen und erreicht alle anderen. Das verkürzt Systemwechsel: Wird die Buchhaltung ausgetauscht, ändert sich ein Anschluss und kein Geflecht aus Einzelverbindungen.

Typische Fehler

  • Daten an mehreren Stellen gleichzeitig ändern lassen, ohne ein führendes System je Datensatz festzulegen.
  • Fehlermeldungen an ein Postfach schicken, das niemand liest.
  • Konnektoren ungeprüft übernehmen, ohne zu kontrollieren, welche Felder sie tatsächlich übertragen.
  • Zugangsdaten mit vollen Administratorrechten hinterlegen, obwohl Leserechte für ein System genügen.
  • Speicherort der übertragenen Daten und Auftragsverarbeitung nicht klären.

Worauf achten?

  • Für jeden Datensatz festlegen, welches System führend ist und in welche Richtung die Daten fließen.
  • Fehlerbenachrichtigungen einer zuständigen Person zuordnen.
  • Je Anbindung ein eigenes Konto mit den geringsten nötigen Rechten anlegen.
  • Protokolle so lange aufbewahren, wie Rückfragen zu Übertragungen zu erwarten sind.
  • Vor der Auswahl prüfen, ob für die eigenen Kernsysteme fertige Konnektoren existieren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist iPaaS?

iPaaS steht für Integration Platform as a Service: ein Onlinedienst, der Programme über fertige Konnektoren verbindet und Daten zwischen ihnen überträgt. Umwandlung, Wiederholung fehlgeschlagener Übertragungen und Protokollierung laufen dabei an einer Stelle.

Was ist ein Konnektor?

Ein Konnektor ist ein vorgefertigter Anschluss für ein bestimmtes Programm. Er kennt dessen Schnittstelle, übernimmt die Anmeldung und liefert die Daten in einer Form, die die Integrationsplattform weiterverarbeiten kann.

Ab wann lohnt sich eine Integrationsplattform?

Sobald drei oder mehr Systeme regelmäßig Daten austauschen. Ab dieser Zahl wächst der Aufwand für einzeln gebaute und einzeln überwachte Verbindungen schneller als der Nutzen jeder weiteren Verbindung.