E-Commerce

Kostenstelle

Mit einer Kostenstelle bündelt die Kostenrechnung alle Ausgaben, die einem bestimmten Bereich oder Zweck zuzuordnen sind, damit sich später sagen lässt, was dieser Bereich gekostet hat; im Musterweg sammelt sie Materialwert, Versand und Arbeitszeit je Muster.

Die Kostenstelle für Muster ist die Kostenseite des Musterwegs; ihr steht die [[musterquote|Musterquote]] als Erfolgsseite gegenüber, und gefüllt wird sie über den [[musterauftrag|Musterauftrag]].

In einfachen Worten

Kosten entstehen überall im Betrieb, und ohne Zuordnung verschwinden sie in Sammelposten wie Lager, Versand oder Vertrieb. Eine Kostenstelle gibt einem abgegrenzten Zweck ein eigenes Konto in der Kostenrechnung. Alles, was diesem Zweck dient, wird dort gebucht, und am Ende eines Zeitraums steht eine Zahl, die sich mit dem Nutzen des Zwecks vergleichen lässt. Für den Musterweg heißt das: Jeder Musterauftrag bucht vier Posten auf die Musterkostenstelle. Den Materialwert des entnommenen Artikels zum Zeitpunkt der Entnahme, Verpackung und das Entgelt des Paketdienstes, die Arbeitszeit für Freigabe, Kommissionierung und Begleitblatt als festen Satz je Muster und bei zurückgesandten Mustern die Prüfung und das Wiedereinlagern oder Verschrotten. Geteilt durch die Zahl der Muster ergibt sich, was ein Muster im Mittel kostet, und zusammen mit der Musterquote, was ein über Muster gewonnener Auftrag gekostet hat. Dieselbe Logik gilt für andere Zwecke auf der Website, etwa für Rückrufe aus dem Formular oder für den Versand von Katalogen: Was eine eigene Kostenstelle hat, lässt sich bewerten.

Wozu brauche ich das?

Eine eigene Kostenstelle lohnt für jeden Vertriebsweg, dessen Kosten sonst in anderen Bereichen untergehen und über den der Betrieb entscheiden will: Muster, Vorführgeräte, Messeauftritte, Probeabonnements. Sie ist die Voraussetzung dafür, Freigaberegeln und Wertgrenzen aus Zahlen abzuleiten statt aus dem Gefühl.

Beispiel aus der Praxis

Ein Hersteller von Beschlägen hat den Musterversand jahrelang über das allgemeine Versandkonto laufen lassen und schätzt die Kosten auf einen vernachlässigbaren Betrag. Nach einem Jahr mit eigener Kostenstelle zeigt sich, dass Material, Versand und Arbeitszeit zusammen einen erheblichen Posten ausmachen und dass ein Drittel davon auf eine Artikelgruppe entfällt, deren Musterquote niedrig ist. Der Betrieb berechnet Muster dieser Gruppe künftig und schreibt den Betrag bei Auftrag gut; die Anfragen aus reiner Neugier bleiben aus, die ernsthaften bleiben.

Wirtschaftlicher Nutzen

Die Kostenstelle macht einen Vertriebsweg bewertbar und damit steuerbar. Sie zeigt, welche Muster sich tragen und welche nicht, sie liefert die Wertgrenze für die automatische Freigabe, und sie beendet die Diskussion, ob der Musterweg über die Musteranfrage sich lohnt, mit einer Zahl.

Typische Fehler

  • Musterkosten über das allgemeine Versand- oder Vertriebskonto laufen lassen.
  • Nur den Materialwert buchen und Versand und Arbeitszeit weglassen.
  • Die Arbeitszeit je Muster minutengenau erfassen wollen statt einen festen Satz zu hinterlegen.
  • Die Kostenstelle führen, aber nie gegen die Musterquote lesen.

Worauf achten?

  • Vier Posten je Muster festlegen: Material, Verpackung und Versand, Arbeitszeit als fester Satz, Rücksendung.
  • Buchung automatisch aus dem Musterauftrag, nicht von Hand.
  • Auswertung je Artikelgruppe, vierteljährlich, gemeinsam mit der Musterquote.
  • Aus den Zahlen Wertgrenze und Freigaberegeln ableiten und jährlich prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Kostenstelle?

Der Ort in der Kostenrechnung, an dem die Kosten eines abgegrenzten Bereichs oder Zwecks gesammelt werden. Am Ende eines Zeitraums steht eine Zahl, die sich mit dem Nutzen des Zwecks vergleichen lässt.

Welche Kosten gehören auf die Musterkostenstelle?

Der Materialwert des Musters, Verpackung und Versand, die Arbeitszeit für Freigabe, Kommissionierung und Begleitblatt als fester Satz je Muster sowie bei Rücksendungen die Prüfung und das Wiedereinlagern.

Wozu dient die Kostenstelle im Musterweg?

Sie liefert die Kosten je Muster, die zusammen mit der Musterquote zeigen, was ein gewonnener Auftrag über Muster gekostet hat. Daraus folgen Wertgrenze, Freigaberegeln und die Entscheidung über berechnete Muster.