Was passiert mit meiner Website, wenn ich die Agentur wechsle?
Das entscheidet sich vor dem Wechsel, nicht währenddessen. Übernehmen kann ein neuer Dienstleister die Website, wenn Quellcode mit Historie, alle Zugänge, eine Beschreibung des Systems und die Liste aller Ablageorte vorliegen. Fehlt davon etwas, hängt jeder Schritt an der Mitwirkung des bisherigen Dienstleisters.
Warum Übergaben scheitern
Ein Wechsel scheitert selten an der Technik. Er scheitert daran, dass Unterlagen und Zugänge beim bisherigen Dienstleister liegen und dessen Mitwirkung gerade dann ungewiss ist, wenn die Zusammenarbeit endet.
Was der neue Dienstleister braucht
| Bestandteil | Warum er nötig ist |
|---|---|
| Quellcode mit Historie | Zeigt neben dem Stand auch, warum eine Stelle so aussieht |
| Zugänge | Domain, Hosting, Datenbank, Zertifikate, Konten bei Drittdiensten |
| Systembeschreibung | Bestandteile, Abhängigkeiten, zeitgesteuerte Aufgaben |
| Ablageorte | Wo Code, Daten und Sicherungen liegen, auch außerhalb des Produktivsystems |
| Lizenzlage | Welche fremden Bausteine verwendet werden und unter welchen Bedingungen |
Der Zeitpunkt der Prüfung
Die Prüfung gehört an den Anfang der Zusammenarbeit. Wer erst beim Wechsel feststellt, dass die Domain auf die Agentur läuft, kann den Mangel nur noch benennen. Ein jährlicher Durchgang genügt: Kann ein fachkundiger Dritter aus dem, was bei Ihnen liegt, das System aufbauen und betreiben? Diese Frage beantwortet man durch Durchspielen, nicht durch Bestätigen. Die Einzelheiten stehen im Wissensbeitrag zur Übergabefähigkeit.
Was im Vertrag stehen sollte
Eine allgemeine Zusage zur Unterstützung reicht nicht. Brauchbar ist eine Regelung mit vier Angaben:
- Umfang: was genau übergeben wird, als Aufzählung
- Frist: bis wann nach Vertragsende
- Form: in welcher Form, etwa als Zugriff auf das Konto der Versionsverwaltung
- Mitwirkung: ob und wie lange der bisherige Dienstleister für Rückfragen zur Verfügung steht
Wer in der Verhandlung merkt, dass diese Punkte auf Widerstand stoßen, hat eine wichtige Information über die spätere Abhängigkeit.
Der geordnete Ablauf eines Wechsels
- Bestandsaufnahme: Was liegt vor, was fehlt, wer hat worauf Zugriff
- Kontenübertragung: Domain, Hosting und Dienstkonten auf den Auftraggeber umschreiben
- Codeübergabe: Versionsverwaltung übertragen, nicht als Sammelordner exportieren
- Testaufbau: Der neue Dienstleister baut das System in einer eigenen Umgebung auf
- Umschaltung: Erst wenn der Testaufbau läuft, wird produktiv umgestellt
- Nachlauf: Alte Zugänge des bisherigen Dienstleisters entziehen und dokumentieren
Was mit den Inhalten geschieht
Texte, Bilder und Daten gehören Ihnen. Sie wandern beim Wechsel mit, technisch über eine Übernahme der Datenbank oder über einen Export mit anschließender Zuordnung im Zielsystem. Wie aufwendig das wird, hängt davon ab, wie sauber die Daten erfasst sind. Das gilt besonders bei einem gleichzeitigen Systemwechsel; dann ist es eine Datenmigration mit eigenem Zeitbedarf.
Die Domain zieht getrennt um. Der Ablauf dafür steht in der Frage zum Anbieterwechsel bei Domains.
Was Sie mitnehmen, wenn Sie zu uns wechseln
Wir beginnen mit der Bestandsaufnahme und sagen Ihnen, was fehlt, bevor wir ein Angebot machen. Wo Zugänge auf den bisherigen Dienstleister laufen, unterstützen wir bei der Umschreibung. Und wir richten die Zusammenarbeit so ein, dass dieselbe Frage bei uns nicht wieder aufkommt: Konten auf Ihren Namen, Code in Ihrer Versionsverwaltung, Unterlagen bei Ihnen. Woran sich sichere Betriebsführung erkennen lässt, beschreibt die Frage, wie man einen Dienstleister prüft.