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Medienbruch

Ein Medienbruch entsteht, wenn ein Vorgang das führende System verlässt und in einer Tabellendatei, einer E-Mail oder auf Papier weiterbearbeitet wird.

Medienbrüche entstehen dort, wo eine Systemlandschaft eine Lücke lässt; sie sind das häufigste Anzeichen dafür, dass ein Ablauf in keinem der vorhandenen Systeme vollständig abgebildet ist.

In einfachen Worten

Ein Vorgang durchläuft mehrere Stationen. Solange er dabei in einem System bleibt, ist jederzeit ablesbar, wo er steht und wer zuletzt gehandelt hat. Ein Medienbruch unterbricht diese Kette: Angaben werden herauskopiert, in einer Tabellendatei weitergeführt, per E-Mail abgestimmt und später von Hand wieder eingetragen. Dazwischen liegt eine Strecke ohne Protokoll. Der Anlass ist fast immer derselbe: Das System bildet einen Schritt nicht ab, und der Betrieb hilft sich. Die Behelfslösung bleibt, weil sie funktioniert, solange wenige Vorgänge offen sind und eine Person den Überblick behält.

Wozu brauche ich das?

Erkennbar wird ein Medienbruch an drei Anzeichen: Dieselbe Angabe wird an zwei Stellen gepflegt, wichtige Vorgänge liegen in Dateien neben der eigentlichen Software, und eine einfache Auskunft zum Stand eines Vorgangs erfordert eine Rückfrage bei einer bestimmten Person. Wer eine Systemlandschaft aufnimmt, sucht gezielt nach diesen Stellen.

Beispiel aus der Praxis

Angebote werden in einer Tabellendatei kalkuliert, weil die Preisregeln des Betriebs im vorhandenen System fehlen. Die fertige Kalkulation geht als E-Mail an den Kunden, die Zusage kommt telefonisch, und der Auftrag wird anschließend von Hand erfasst. Bei zehn offenen Vorgängen trägt das. Bei zweihundert weiß niemand mehr, welcher Termin zugesagt wurde, und die Kalkulation existiert in mehreren Fassungen.

Wirtschaftlicher Nutzen

Jeder geschlossene Medienbruch spart die Doppelerfassung, die er erzeugt hat, und stützt die Übereinstimmung der Systeme. Ebenso wichtig ist die Wirkung auf das Wissen: Was im System steht, bleibt im Betrieb, auch wenn die Person, die den Vorgang bearbeitet hat, nicht erreichbar ist.

Typische Fehler

  • Die Behelfslösung als Dauerzustand hingenommen – mit wachsender Menge wird sie zum Engpass der gesamten Systemlandschaft.
  • Den Bruch durch eine weitere Datei behoben – die Zahl der Stellen steigt, die Nachvollziehbarkeit sinkt.
  • Nur das Ergebnis zurück ins System übernommen – der Weg dorthin bleibt unprotokolliert.
  • Den Bruch dem Personal angelastet – er entsteht aus einer Lücke im System, nicht aus mangelnder Sorgfalt.
  • Die bestehende Tabellendatei eins zu eins nachgebaut – übernommen wird der Ablauf, den der Betrieb braucht.

Worauf achten?

  • Die Stellen aufnehmen, an denen Vorgänge das System verlassen, und je Stelle den Grund benennen.
  • Prüfen, ob der fehlende Schritt in ein vorhandenes System gehört oder in ein Auftragsmanagement-System dazwischen.
  • Vor dem Nachbau klären, welche Teile des Behelfs fachlich nötig sind und welche nur gewachsen.
  • Nach dem Schließen prüfen, ob die Datei tatsächlich verschwindet; bleibt sie in Gebrauch, fehlt noch etwas.
  • Wiederkehrende Auskünfte als Auswertung im System vorsehen, damit die Rückfrage entfällt.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich einen Medienbruch?

An drei Anzeichen: Dieselbe Angabe wird an zwei Stellen gepflegt, wichtige Vorgänge liegen in Dateien neben der Software, und eine Auskunft zum Stand eines Vorgangs erfordert eine Rückfrage bei einer bestimmten Person.

Warum entstehen Medienbrüche?

Weil ein Ablauf in keinem der vorhandenen Systeme vollständig abgebildet ist. Der Betrieb hilft sich mit einer Datei, und die Behelfslösung bleibt, solange sie mit der Menge der Vorgänge zurechtkommt.

Wie wird ein Medienbruch geschlossen?

Indem der fehlende Schritt dort abgebildet wird, wo er hingehört: in einem vorhandenen System oder in einer Anwendung zwischen Verkaufskanal und Warenwirtschaft. Der Nachbau der Datei allein verlagert das Problem.