Autovervollständigung
Die Autovervollständigung ist die Funktion des Browsers oder Betriebssystems, die hinterlegte Kontaktdaten des Nutzers in passende Formularfelder überträgt, sofern jedes Feld maschinenlesbar mitteilt, welche Angabe es aufnimmt.
Die Autovervollständigung ist neben dem [[eingabemodus|Eingabemodus]] die zweite Angabe im Feld, die am Smartphone Tipparbeit erspart, und ihre Zweck-Kennzeichnung ist zugleich ein Kriterium der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte.
In einfachen Worten
Browser und Betriebssysteme speichern auf Wunsch die Kontaktdaten des Nutzers und bieten sie an, wenn ein Formular danach fragt. Am Smartphone ersetzt das Tippen von vierzig Zeichen einen Fingertipp auf den Vorschlag über der Tastatur. Damit der Vorschlag erscheint und im richtigen Feld landet, trägt jedes Feld eine maschinenlesbare Angabe seines Inhalts. Der Standard für Webseiten hält dafür eine feste Liste von Bezeichnern bereit, unter anderem für Vor- und Nachname, Firmenname, Mailadresse, Rufnummer und die Teile einer Anschrift. Ist die Angabe vorhanden, blendet das Gerät den passenden Eintrag über der Tastatur ein. Ist sie nicht vorhanden, versucht das Gerät, den Feldinhalt aus der Überschrift zu erschließen, und vertauscht dabei nicht selten die Felder oder bietet nichts an. Dieselbe Angabe dient auch der Barrierefreiheit: Die WCAG 2.1 fordern im Erfolgskriterium „Identify Input Purpose" eine maschinenlesbare Zweckangabe für Felder, die Daten über den Nutzer selbst erfassen, damit Assistenzsoftware diese Felder automatisch befüllen kann, etwa für Menschen, denen das Tippen schwerfällt. Wer seine Felder für die Autovervollständigung auszeichnet, hat diese Anforderung damit gleich mit umgesetzt. Für Felder mit sicherheitsrelevantem Inhalt, etwa Bestätigungscodes, wird die Autovervollständigung bewusst abgeschaltet.
Wozu brauche ich das?
Die Zweck-Kennzeichnung gehört neben dem Eingabemodus an jedes Feld, das eine Angabe zur Person des Besuchers erfasst: in Anfrage-, Rückruf-, Bewerbungs- und Bestellformularen. Sie wirkt am stärksten am Smartphone, wo das Tippen am teuersten ist, und sie ist eine der wenigen Maßnahmen, die zugleich Abbrüche senken und ein Barrierefreiheitskriterium erfüllen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Steuerberater stellt fest, dass Interessenten im Formular am Telefon die E-Mail-Adresse häufig mit Tippfehlern eintragen, sodass die Antwort nicht zustellbar ist. Die Felder tragen keine Zweck-Kennzeichnung, der Browser bietet keine Vorschläge an. Nach der Kennzeichnung der Felder für Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer übernehmen die meisten Besucher ihre gespeicherten Angaben mit einem Fingertipp; die Zahl nicht zustellbarer Antworten geht zurück, der Formularabbruch an diesen Feldern ebenfalls, und der Durchgang durch das Formular wird kürzer.
Wirtschaftlicher Nutzen
Die Autovervollständigung senkt Tippfehler und Abbrüche an den Feldern mit den längsten Eingaben, ohne dass der Betrieb etwas von seinen Besuchern verlangt. Sie kostet eine Kennzeichnung je Feld, wirkt wie die Feldprüfung auf die Abbrüche und bringt zugleich ein Barrierefreiheitskriterium ins Reine, das bei einer Prüfung sonst als Mangel auffiele.
Typische Fehler
- Felder ohne Zweck-Kennzeichnung lassen und auf das Raten des Browsers vertrauen.
- Falsche oder selbst erfundene Bezeichner verwenden, die der Browser nicht kennt.
- Die Autovervollständigung für das ganze Formular abschalten, weil sie an einem Feld stört.
- Felder für Firma und Abteilung nicht kennzeichnen, obwohl Bezeichner dafür vorhanden sind.
Worauf achten?
- Jedes Feld mit Personenbezug mit dem passenden festen Bezeichner kennzeichnen.
- Mit gespeicherten Kontaktdaten am echten Gerät prüfen, ob Vorschläge erscheinen und richtig landen.
- Für Bestätigungscodes und Einmalpasswörter die Autovervollständigung bewusst abschalten.
- Die Kennzeichnung in der Barrierefreiheitsprüfung als erfülltes Kriterium dokumentieren.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Autovervollständigung in Formularen?
Die Funktion des Browsers oder Betriebssystems, hinterlegte Kontaktdaten in Felder zu übertragen, die ihren Zweck maschinenlesbar angeben.
Warum erscheinen in manchen Formularen keine Vorschläge?
Weil die Felder ihren Zweck nicht maschinenlesbar angeben. Ohne Zweckangabe muss das Gerät aus der Feldüberschrift schließen, was gemeint ist; das misslingt häufig. Mit festen Bezeichnern je Feld erscheinen die Vorschläge zuverlässig.
Was hat die Autovervollständigung mit Barrierefreiheit zu tun?
Die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte verlangen in Fassung 2.1, dass Felder, die Daten über den Nutzer erfassen, ihren Zweck maschinenlesbar angeben. Dieselbe Kennzeichnung, die die Autovervollständigung steuert, erfüllt dieses Kriterium.