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Baustellenbericht (Bautagesbericht)

Ein Baustellenbericht ist die tägliche Aufzeichnung dessen, was auf einer Baustelle geschehen ist: ausgeführte Arbeiten, anwesende Personen mit Stunden, Material, Geräte, Wetter, Anweisungen und Behinderungen durch Dritte.

Der Baustellenbericht gehört zur Betriebsdokumentation eines Bau- oder Montagebetriebs und ist neben Aufmaß und Prüfprotokoll das Dokument, aus dem Abrechnung, Nachtrag und Nachweis gegenüber dem Auftraggeber entstehen.

In einfachen Worten

Ein Baustellenbericht, auf Bauvorhaben auch Bautagesbericht oder Bautagebuch genannt, hält einen Arbeitstag an einem Ort fest. Montagebetriebe führen dasselbe Dokument für Einsätze beim Kunden und nennen es Einsatz- oder Montagebericht. Gebraucht wird er außerhalb der Baustelle: Aus den Stunden je Person rechnet das Büro Stundenlohnarbeiten ab und kalkuliert nach; die festgehaltene Behinderung durch ein anderes Gewerk ist die Grundlage für einen Nachtrag und für eine längere Ausführungsfrist; die notierte Anweisung des Bauleiters zeigt, wer eine Änderung veranlasst hat. Bei allen drei Verwendungen entscheidet, wann der Bericht geschrieben wurde. Am Tag selbst erfasst, gibt er den Tag wieder; am Wochenende aus dem Gedächtnis nachgetragen, gibt er die Erinnerung wieder, und ein Auftraggeber, der eine Behinderung bestreitet, wird diesen Unterschied vorbringen. In einer Geschäftsanwendung ist der Bericht ein Datensatz mit festen Feldern in der Projektakte, sodass Abrechnung und Nachtrag auf einzelne Werte zugreifen.

Wozu brauche ich das?

Betriebe mit wechselnden Einsatzorten brauchen den Bericht an drei Stellen: in der Abrechnung, die Stunden und Material je Baustelle zusammenzieht, in der Bauleitung, die am nächsten Morgen den Stand aller Baustellen sehen will, und im Streitfall, wenn Monate später ein Mangel oder ein Verzug verhandelt wird. Mit einem Sprachdiktat am Fahrzeug entsteht der Bericht am Tag selbst, ohne dass der Polier abends am Rechner sitzt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Installationsbetrieb mit mehreren Kolonnen stellt die Berichte von Papier auf eine Anwendung um. Der Polier spricht den Bericht nach Feierabend am Fahrzeug ein; die Anwendung verschriftet die Aufnahme und befüllt daraus die Felder für Stunden, Material und Behinderungen. Die Bestätigung durch den Polier dauert am Folgetag wenige Minuten. Als ein Auftraggeber später die Verzögerung im Bad bestreitet, liegt für jeden Tag ein bestätigter Bericht mit Datum vor, der die fehlende Begehbarkeit des Estrichs festhält, und der Nachtrag wird anerkannt.

Wirtschaftlicher Nutzen

Der Bericht ist die Grundlage dafür, dass geleistete Stunden abgerechnet und Mehrkosten durchgesetzt werden. Entsteht er zeitnah und vollständig, gehen Stundenlohnarbeiten nicht verloren, und Behinderungen lassen sich belegen, solange sie noch angezeigt werden können. Liegt er als Datensatz vor, entfällt das Abtippen im Büro, und die Nachkalkulation je Baustelle läuft aus denselben Werten.

Typische Fehler

  • Berichte am Wochenende für die ganze Woche aus der Erinnerung nachschreiben.
  • Behinderungen nur im Fließtext erwähnen, ohne Datum, Ursache und Dauer als eigene Angaben.
  • Stunden je Baustelle schätzen, weil die Personen an einem Tag auf zwei Baustellen waren.
  • Den Bericht als Datei im Postfach des Poliers belassen, sodass Bauleitung und Abrechnung ihn suchen müssen.
  • Pflichtfelder so zahlreich machen, dass vor Ort auf Sammelfelder ausgewichen wird.

Worauf achten?

  • Pflichtfelder aus den Fällen ableiten, in denen ein Bericht zuletzt gebraucht wurde: Stundenlohnabrechnung, Nachtrag, Mängelrüge.
  • Jede Behinderung mit Datum, Verursacher und betroffener Leistung als eigenen Eintrag erfassen.
  • Den Bericht am Tag selbst erfassen, am Fahrzeug oder auf der Rückfahrt, und am Folgetag bestätigen.
  • Berichte an der Baustelle in der Projektakte ablegen, damit der Verlauf je Vorhaben zusammenbleibt.
  • Eine Frist für die Bestätigung festlegen und offene Berichte der Bauleitung melden.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört in einen Baustellenbericht?

Datum und Baustelle, die ausgeführten Arbeiten, die anwesenden Personen mit ihren Stunden, verbrauchtes Material und eingesetzte Geräte, das Wetter, Anweisungen des Bauleiters und Behinderungen durch Dritte mit Ursache und Dauer. Welche Angaben Pflicht sind, folgt aus dem Zweck: Abrechnung, Nachtrag oder Nachweis.

Wozu dient ein Bautagesbericht?

Er belegt gegenüber dem Auftraggeber, was an einem Tag unter welchen Bedingungen geleistet wurde. Daraus entstehen die Abrechnung von Stundenlohnarbeiten, die Begründung von Nachträgen und Fristverlängerungen und der Nachweis im Streit über Mängel oder Verzug.

Warum muss der Bericht am selben Tag entstehen?

Weil er den Zustand eines Tages festhält. Ein Tage später aus dem Gedächtnis geschriebener Bericht bildet den Tag nur nach, und genau das wird im Streitfall angezweifelt. Behinderungen müssen außerdem zeitnah angezeigt werden, damit Ansprüche daraus bestehen bleiben.

Wie wird ein Baustellenbericht digital erfasst?

Entweder als Formular mit Feldern in einer Anwendung auf Tablet oder Telefon oder als Sprachdiktat, das verschriftet und in die Felder übernommen wird. In beiden Fällen bestätigt die erfassende Person den Bericht, bevor er in der Projektakte abgelegt wird.