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Wortliste (Spracherkennung)

Eine Wortliste ist eine Sammlung betriebseigener Begriffe wie Namen, Baustellen, Artikelbezeichnungen und Kurzformen, gegen die ein Spracherkennungssystem erkannte Wörter abgleicht und die es bevorzugt erkennen soll.

Die Wortliste ergänzt die allgemein trainierte Spracherkennung um den Wortschatz eines Betriebs und ist damit der wirksamste Hebel für die Erkennungsqualität bei Diktaten, Mitschriften und Telefonassistenten.

In einfachen Worten

Spracherkennungssysteme sind auf Allgemeinsprache trainiert. Die Wörter, an denen sie im Betrieb scheitern, sind genau die, die ein Bericht braucht: Nachnamen der Mitarbeiter, Straßennamen der Baustellen, Artikelbezeichnungen, Kurzformen des Gewerks und die Namen von Kunden und fremden Firmen. Aus einem Nachnamen wird ein ähnlich klingendes Wort, aus einer Artikelnummer eine Zahlenfolge mit einer Ziffer zu viel. Eine Wortliste gibt dem System diese Begriffe vor. Technisch arbeitet sie auf zwei Wegen: Das Erkennungsmodell bevorzugt die gelisteten Wörter, wenn mehrere Deutungen eines Lauts möglich sind, und ein nachgelagerter Abgleich ordnet erkannte Wörter dem passenden Eintrag zu, etwa die gesprochene Kurzform einer Rohrgröße dem Artikel im Warenwirtschaftssystem. Findet der Abgleich keine eindeutige Entsprechung, markiert das System die Stelle zur Prüfung, und die Auswahl der prüfenden Person fließt in die Liste zurück. Die Wortliste wächst so aus dem laufenden Betrieb und wird vom Büro wie jeder andere Stammdatenbestand gepflegt.

Wozu brauche ich das?

Jede Strecke, in der Mitarbeiter frei sprechen, braucht die Liste: das Sprachdiktat für Baustellen- und Einsatzberichte, die Transkription von Besprechungen mit Projektnamen und Kundennamen und der Telefonassistent, der Produktbezeichnungen am Telefon verstehen muss. Die Quellen liegen im Betrieb bereits vor: Personalliste, Baustellen- oder Objektliste, Artikelstamm und eine kurze Liste der Gewerkebegriffe.

Beispiel aus der Praxis

Ein Elektrobetrieb führt das Diktat für Einsatzberichte ein und erhält in der ersten Woche Berichte, in denen die Namen der Monteure und die Straßennamen der Objekte regelmäßig falsch stehen. Der Betrieb speist die Personalliste und die Objektliste als Wortliste ein; die Fehler an diesen Stellen verschwinden beim nächsten Diktat. Der Artikelstamm folgt im zweiten Schritt, nachdem die ersten Berichte gezeigt haben, welche Materialien tatsächlich diktiert werden. Was das System danach nicht kennt, legt es dem Monteur bei der Bestätigung zur Auswahl vor, und jede Auswahl erweitert die Liste.

Wirtschaftlicher Nutzen

Die Wortliste entscheidet, ob das Diktat im Alltag Zeit spart oder Korrekturarbeit erzeugt. Mit ihr sinkt die Zahl der Stellen, die eine prüfende Person nachbessern muss, auf die wenigen Begriffe, die neu sind. Da die Quellen im Betrieb schon vorliegen, ist der Aufwand gering, und die Pflege läuft mit der Anlage neuer Mitarbeiter, Objekte und Artikel ohnehin mit.

Typische Fehler

  • Die Erkennung ohne Wortliste starten und die Fehler bei Namen dem Werkzeug anlasten.
  • Die Liste einmal anlegen und danach nicht mehr pflegen, sodass neue Mitarbeiter und Objekte falsch erkannt werden.
  • Begriffe aufnehmen, die zu ähnlich klingen, ohne die Zuordnung zu prüfen, sodass das System falsch zuordnet.
  • Kurzformen der Praxis vergessen, obwohl die Monteure nur diese benutzen.
  • Die Liste ohne Zuständigkeit im Büro lassen, sodass niemand Korrekturen zurückführt.

Worauf achten?

  • Mit der Personalliste und der Objektliste beginnen; sie verursachen die meisten Fehler und liegen fertig vor.
  • Den Artikelstamm nach den ersten Berichten ergänzen, zunächst mit den Artikeln, die tatsächlich diktiert werden.
  • Kurzformen des Gewerks mit aufnehmen und dem Eintrag zuordnen, den sie meinen.
  • Unsichere Zuordnungen zur Auswahl vorlegen und die Auswahl in die Liste zurückschreiben.
  • Die Pflege an die Anlage neuer Stammdaten koppeln, damit die Liste nicht veraltet.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Wortliste bei der Spracherkennung?

Eine Sammlung betriebseigener Begriffe, die das Erkennungssystem bevorzugt erkennen und gegen die es erkannte Wörter abgleichen soll: Namen, Objekte, Artikel, Kurzformen. Sie ergänzt den allgemeinen Wortschatz, auf den das System trainiert ist.

Woher kommen die Begriffe für die Wortliste?

Aus den Stammdaten des Betriebs: Personalliste, Baustellen- oder Objektliste, Artikelstamm der Warenwirtschaft und einer kurzen Liste der Gewerkebegriffe und Kurzformen. Diese Quellen liegen in jedem Betrieb bereits vor.

Was passiert mit Wörtern, die nicht in der Liste stehen?

Das System markiert die Stelle und legt der prüfenden Person die nächstliegenden Einträge zur Auswahl vor. Die getroffene Auswahl oder ein neuer Eintrag fließt in die Liste zurück, sodass derselbe Begriff beim nächsten Mal erkannt wird.

Wer pflegt die Wortliste?

Das Büro, das auch die übrigen Stammdaten pflegt. Mit der Anlage eines neuen Mitarbeiters, Objekts oder Artikels steht der Begriff am selben Tag in der Liste, und Korrekturen aus den Berichten werden regelmäßig übernommen.