Synthetische Medien
Synthetische Medien sind Inhalte – Text, Bild, Ton oder Video –, die ganz oder teilweise von künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, statt von einem Menschen aufgenommen oder geschrieben zu sein.
Synthetische Medien sind der Oberbegriff; ein Deepfake ist der Sonderfall, der gezielt eine reale Person nachbildet.
In einfachen Worten
Der Begriff fasst alle Inhalte zusammen, die nicht durch Aufnahme der Wirklichkeit, sondern durch ein KI-Modell entstehen. Dazu zählen ein per KI-Texterstellung verfasster Text, ein per KI-Bildgenerierung erzeugtes Bild, eine künstliche Stimme (siehe Stimm-Klon) oder ein vollständig generiertes Video. Entscheidend ist die sachliche Trennung: Synthetisch heißt nicht automatisch täuschend. Ein KI-generiertes Erklär-Bild auf einer Website ist ebenso ein synthetisches Medium wie ein Deepfake, das eine Person fälscht – der Unterschied liegt in Kennzeichnung, Kontext und Absicht, nicht in der Technik.
Wozu brauche ich das?
Für Unternehmen sind synthetische Medien zweischneidig. Auf der Nutzen-Seite stehen schneller und günstiger erzeugte Illustrationen, Produkttexte oder Schulungs-Videos. Auf der Risiko-Seite steht die Möglichkeit der Täuschung – durch Dritte, aber auch durch unbedachten eigenen Einsatz. Die wichtigste Leitlinie ist Transparenz: Wo synthetische Inhalte verwendet werden, sollte ihr Ursprung erkennbar bleiben, etwa über ein KI-Wasserzeichen oder eine klare Kennzeichnung. So bleibt der wirtschaftliche Nutzen erhalten, ohne Vertrauen zu beschädigen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel aus dem Marketing: Ein Unternehmen lässt Produktabbildungen und Begleittexte teilweise mit KI erstellen, um schneller über verschiedene Kanäle auszuspielen. Solange die Inhalte korrekt, rechtlich geprüft und – wo erforderlich – als KI-generiert gekennzeichnet sind, ist das ein legitimer Effizienz-Hebel. Problematisch wird es, wenn synthetische Inhalte echte Sachverhalte vortäuschen, etwa ein nicht existierendes Produkt zeigen oder eine reale Person ungefragt darstellen. Der Grat verläuft nicht an der Technik, sondern an Wahrhaftigkeit und Kennzeichnung. Wird diese Grenze bewusst überschritten und eine reale Person nachgebildet, entsteht ein Deepfake.
Wirtschaftlicher Nutzen
Synthetische Medien verschieben die Kosten der Inhalts-Produktion deutlich nach unten und erlauben eine Geschwindigkeit, die manuell nicht erreichbar wäre. Der wirtschaftliche Wert entsteht jedoch nur, wenn Qualität, Rechtssicherheit und Transparenz mitgeführt werden – andernfalls drohen Vertrauensverlust, rechtliche Risiken und Korrekturaufwand. Für den Mittelstand bedeutet das: synthetische Medien gezielt dort einsetzen, wo sie Routine-Produktion beschleunigen, und ihren Einsatz durch klare interne Regeln und Kennzeichnung absichern.
Typische Fehler
- Synthetisch mit täuschend gleichsetzen – der Großteil synthetischer Medien ist legitime, gekennzeichnete Produktion.
- KI-generierte Inhalte ohne fachliche und rechtliche Prüfung veröffentlichen.
- Auf jede Kennzeichnung verzichten, wo Transparenz erwartet wird oder vorgeschrieben ist.
- Reale Personen ohne Einwilligung in synthetischen Inhalten darstellen.
- Die Herkunft eigener KI-Inhalte nicht dokumentieren, sodass später unklar ist, was synthetisch war.
Worauf achten?
- Klar zwischen legitimer Produktion und Täuschung trennen – die Technik ist neutral, der Einsatzzweck entscheidet.
- Synthetische Inhalte vor Veröffentlichung fachlich und rechtlich prüfen.
- Kennzeichnung und Herkunftsnachweis dort einsetzen, wo Transparenz erwartet wird – siehe KI-Wasserzeichen.
- Interne Regeln festlegen, welche Inhalte mit KI erzeugt werden dürfen und welche nicht.
- Bei der Darstellung realer Personen immer die Einwilligung klären.
Häufig gestellte Fragen
Was sind synthetische Medien?
Inhalte, die ganz oder teilweise von künstlicher Intelligenz erzeugt wurden – Text, Bild, Ton oder Video – statt durch Aufnahme der Wirklichkeit oder durch einen Menschen zu entstehen.
Sind synthetische Medien dasselbe wie Deepfakes?
Nein. Synthetische Medien sind der Oberbegriff für alle KI-generierten Inhalte. Ein Deepfake ist der Sonderfall, der gezielt eine reale, identifizierbare Person nachbildet. Viele synthetische Medien sind legitime, gekennzeichnete Produktionen ohne Täuschungsabsicht.
Muss man KI-generierte Inhalte kennzeichnen?
In vielen Kontexten wird Transparenz erwartet, und für bestimmte Anwendungen entstehen Kennzeichnungspflichten. Unabhängig von der rechtlichen Lage stärkt eine klare Kennzeichnung das Vertrauen. Die konkrete Pflicht ist im Einzelfall mit der eigenen Rechtsberatung zu klären.