DNS
Das DNS ist das Verzeichnissystem des Internets, das beim Aufruf einer [[domain|Domain]] deren Namen in die technische Adresse des ausliefernden Servers übersetzt.
Das DNS verbindet die Adressebene einer Website mit dem Server, auf dem sie liegt, und macht damit Domain und Hosting voneinander unabhängig.
In einfachen Worten
Server werden im Netz über Zahlenfolgen angesprochen, Menschen merken sich Namen. Das Domain Name System schließt diese Lücke: Beim Aufruf einer Adresse fragt der Browser nach, welche Zahlenfolge zu diesem Namen gehört, und verbindet sich mit dem Server dahinter. Die Zuordnung steht in Einträgen, die zur jeweiligen Domain gehören und getrennt gepflegt werden. Neben dem Verweis auf den Webserver regeln weitere Einträge, welcher Server die E-Mails eines Betriebs annimmt und welche Absender im Namen der Domain versenden dürfen; darauf setzt die E-Mail-Authentifizierung auf. Änderungen wirken nicht sofort überall, weil Zwischenstellen die Antworten für eine festgelegte Dauer zwischenspeichern.
Wozu brauche ich das?
Praktisch relevant wird das DNS bei jeder Umstellung: beim Wechsel des Anbieters, beim Umzug auf einen neuen Server, beim Einrichten einer Subdomain und bei der Absicherung des E-Mail-Versands. Weil die Zuordnung getrennt von der Registrierung gepflegt wird, kann ein Betrieb seine Domain bei einem Anbieter halten und die Website bei einem anderen betreiben. Wer die Einträge nicht kennt oder keinen Zugang dazu hat, kann weder umziehen noch im Störungsfall eingreifen.
Beispiel aus der Praxis
Ein Betrieb zieht auf einen neuen Server um. Der neue Server ist eingerichtet, die Website liegt bereits dort, doch die DNS-Einträge zeigen noch auf das alte System. Erst mit der Änderung des Eintrags erreichen Besucher die neue Umgebung, und zwar zeitversetzt: Zwischenspeicher liefern für eine Weile weiterhin die alte Antwort. Damit in dieser Phase niemand vor einer Fehlerseite steht, bleibt der alte Server erreichbar, bis die Umstellung überall angekommen ist. Die Speicherdauer wird vor dem Umzug herabgesetzt, um das Fenster zu verkürzen.
Wirtschaftlicher Nutzen
Das DNS ist die Stelle, an der ein Ausfall den gesamten Auftritt betrifft: Ist die Zuordnung falsch oder abgelaufen, sind Website und E-Mail nicht erreichbar, unabhängig davon, ob der Server läuft. Zugleich ist es der Hebel, der einen Anbieterwechsel überhaupt erst ohne Adressänderung möglich macht. Wirtschaftlich zählt vor allem der Zugang: Wer die Verwaltung der Einträge nicht selbst erreicht, ist bei jedem Umzug und jeder Störung von einem Dritten abhängig. Der Zugang gehört deshalb in den Betrieb, ebenso wie der Eintrag als Domain-Inhaber, auch wenn die Pflege ein Dienstleister übernimmt.
Typische Fehler
- Der Zugang zur DNS-Verwaltung liegt ausschließlich beim bisherigen Dienstleister, ein Umzug ist ohne dessen Mitwirkung unmöglich.
- Beim Server-Umzug wird der alte Server sofort abgeschaltet, obwohl Zwischenspeicher noch dorthin verweisen.
- Die Speicherdauer wird vor einer geplanten Umstellung nicht herabgesetzt, das Umschalt-Fenster zieht sich über Stunden.
- E-Mail-Einträge samt Authentifizierungs-Angaben werden beim Wechsel des Webhostings versehentlich mit überschrieben, der Mailempfang bricht ab.
- Es existiert keine Dokumentation der gesetzten Einträge, im Störungsfall fehlt der Soll-Zustand zum Vergleich.
Worauf achten?
- Den Zugang zur DNS-Verwaltung im Betrieb halten, auch wenn ein Dienstleister die Pflege übernimmt.
- Vor einer geplanten Umstellung die Speicherdauer herabsetzen und den alten Server während der Umstellung erreichbar lassen.
- Die gesetzten Einträge dokumentieren, damit im Störungsfall ein Soll-Zustand zum Vergleich vorliegt.
- Beim Wechsel des Webhostings die E-Mail-Einträge gesondert prüfen, statt den Satz pauschal zu ersetzen.
- Nach jeder Änderung von mehreren Netzen aus prüfen, ob Website und E-Mail erreichbar sind.
Häufig gestellte Fragen
Was ist DNS?
DNS steht für Domain Name System. Es übersetzt beim Aufruf einer Website den Domainnamen in die technische Adresse des Servers, der die Seite ausliefert. Ohne diese Übersetzung müsste man Zahlenfolgen statt Namen eingeben.
Wie lange dauert eine DNS-Änderung?
Die Änderung selbst ist sofort gesetzt, ihre Wirkung breitet sich zeitversetzt aus. Zwischenstellen speichern die vorherige Antwort für eine festgelegte Dauer. Wird diese Dauer vor der Umstellung herabgesetzt, verkürzt sich das Fenster deutlich.
Kann die Domain woanders liegen als die Website?
Ja. Registrierung und Speicherplatz sind getrennt. Über die DNS-Einträge wird festgelegt, welcher Server unter der Adresse antwortet. Deshalb lässt sich der Anbieter für das Hosting wechseln, ohne die Domain umzuziehen.
Warum sind nach einem Hosting-Wechsel die E-Mails weg?
Weil neben dem Verweis auf den Webserver eigene Einträge regeln, welcher Server E-Mails annimmt. Werden diese beim Wechsel mit überschrieben, läuft der Empfang ins Leere. Die E-Mail-Einträge werden deshalb vor jeder Umstellung gesondert gesichert und geprüft.