E-Commerce

Produkttaxonomie

Eine Produkttaxonomie ist die hierarchische Kategorien- und Attributstruktur, nach der ein Sortiment geordnet, durchsuchbar und filterbar gemacht wird.

Die Produkttaxonomie ist das ordnende Gerüst der Produktdaten und entscheidet darüber, wie Kunden ein Sortiment im Shop durchsuchen und wie Daten an Marktplätze mit eigenen Kategorie-Systemen übergeben werden.

In einfachen Worten

Eine Produkttaxonomie legt fest, in welche Kategorien ein Sortiment gegliedert ist und welche Attribute zu welcher Kategorie gehören. Sie beantwortet zwei Fragen zugleich: Wo findet ein Kunde ein Produkt, und nach welchen Eigenschaften kann er es filtern. Eine gute Taxonomie bildet die Denkweise der Kunden ab, nicht die interne Sortiments-Logik des Unternehmens. Sie ist eng mit der Anreicherung verbunden, denn Filter funktionieren nur, wenn die zugehörigen Attribute gepflegt sind. Im PIM ist die Taxonomie das Gerüst, an dem die Produktdaten hängen. Bei der Ausspielung an Marktplätze wird sie zur Übersetzungs-Aufgabe, weil jeder Marktplatz seine eigene Kategorie-Struktur mitbringt, auf die das eigene Schema abgebildet werden muss.

Wozu brauche ich das?

Eine durchdachte Taxonomie verbessert zugleich die Auffindbarkeit im eigenen Shop und die Übergabe an externe Kanäle. Kunden finden Produkte schneller, wenn Kategorien und Filter ihrer Erwartung entsprechen. Für die Omnichannel-Distribution ist die eigene Taxonomie die Grundlage, von der aus auf die Kategorie-Systeme der Marktplätze abgebildet wird.

Beispiel aus der Praxis

Eine typische Ausgangslage: Ein Sortiment ist über Jahre gewachsen und nach internen Abteilungen gegliedert. Kunden suchen vergeblich, weil sie in anderen Kategorien denken als der Einkauf. Mit einer überarbeiteten Produkttaxonomie wird das Sortiment nach Kundensicht neu geordnet, jeder Kategorie werden die relevanten Filter-Attribute zugeordnet, und die Struktur wird – nach vorheriger Normalisierung – hinterlegt. Die Suche im Shop trifft danach zuverlässiger, und die Übergabe an Marktplätze wird planbar.

Wirtschaftlicher Nutzen

Die Taxonomie entscheidet darüber, ob Kunden finden, was sie suchen – und damit unmittelbar über Konvertierung und Sortiments-Sichtbarkeit. Eine an der Kundensicht ausgerichtete Struktur senkt die Absprungrate auf Kategorie-Seiten und verbessert die Filter-Nutzung. Für den Mehrkanal-Verkauf ist sie zudem die Voraussetzung, das eigene Sortiment überhaupt sauber auf fremde Kategorie-Systeme abzubilden.

Typische Fehler

  • Die Taxonomie nach interner Abteilungs-Logik statt nach Kundensicht aufgebaut – Kunden suchen in anderen Kategorien, als der Einkauf denkt.
  • Kategorien ohne zugehörige Filter-Attribute angelegt – ohne gepflegte Attribute bleiben Filter wirkungslos.
  • Zu tiefe oder zu flache Hierarchie gewählt – beide Extreme erschweren das Auffinden.
  • Die Abbildung auf Marktplatz-Kategorien nicht eingeplant – jede Plattform bringt ihr eigenes System mit.
  • Die Taxonomie nach dem Aufbau nicht gepflegt – neue Produkte werden falsch oder gar nicht eingeordnet.

Worauf achten?

  • Die Struktur an der Denkweise der Kunden ausrichten, nicht an der internen Sortiments-Logik.
  • Jeder Kategorie die relevanten Filter-Attribute zuordnen und über Anreicherung pflegen.
  • Die Hierarchie-Tiefe bewusst wählen – so flach wie möglich, so tief wie nötig.
  • Die Abbildung auf die Kategorie-Systeme der Omnichannel-Distribution von Anfang an mitdenken.
  • Die Taxonomie zentral im PIM pflegen, damit sie über alle Kanäle konsistent bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Produkttaxonomie?

Eine Produkttaxonomie ist die hierarchische Kategorien- und Attributstruktur eines Sortiments. Sie bestimmt, in welchen Kategorien Produkte stehen und nach welchen Eigenschaften sie gefiltert werden können.

Wonach sollte eine Produkttaxonomie strukturiert sein?

Nach der Denkweise der Kunden, nicht nach der internen Abteilungs-Logik. Kunden suchen in anderen Kategorien als der Einkauf; eine an der Kundensicht ausgerichtete Struktur wird zuverlässiger gefunden.

Wie hängen Taxonomie und Attribute zusammen?

Jede Kategorie definiert, welche Attribute für die Produkte darin relevant sind. Filter funktionieren nur, wenn diese Attribute gepflegt sind – Taxonomie und Datenanreicherung greifen ineinander.

Warum ist die Taxonomie für Marktplätze wichtig?

Jeder Marktplatz bringt sein eigenes Kategorie-System mit. Die eigene Taxonomie ist die Grundlage, von der aus das Sortiment auf diese fremden Strukturen abgebildet wird.