Pflege & Wartung

Wie oft wird meine Website gesichert und wie schnell ist sie wieder da?

6 Min. Lesezeit | 13. September 2026

Die Häufigkeit ergibt sich aus der Frage, wie viel Arbeit Sie im schlechtesten Fall verlieren dürfen. Bei täglicher Sicherung ist das ein Arbeitstag. Wie schnell die Website zurückkommt, ist eine zweite Frage und hängt davon ab, ob das Zurückspielen erprobt ist. Eine Sicherung ohne Rückspieltest birgt unkalkulierbare Risiken.

Zwei Werte bestimmen alles Weitere

Bevor über Häufigkeit und Speicherort geredet wird, stehen zwei Festlegungen an. Sie klingen technisch und sind kaufmännische Entscheidungen.

WertFrage dahinterWas daraus folgt
Hinnehmbarer DatenverlustWie viel Arbeit dürfen wir verlieren?Wie oft gesichert wird
Hinnehmbare AusfalldauerWie lange darf die Website stillstehen?Wie der Wiederanlauf vorbereitet ist

Wer täglich nachts sichert, verliert im schlechtesten Fall die Eingaben eines ganzen Tages. Für eine Darstellungsseite ist das folgenlos. Für einen Shop, über den den ganzen Tag Bestellungen eingehen, ist es der Verlust dieser Bestellungen. Die beiden Werte gehören deshalb je System festgelegt, nicht pauschal für den Betrieb.

Was gesichert werden muss

Eine Website besteht aus mehreren Teilen, und eine Sicherung ist nur vollständig, wenn sie alle erfasst:

  • Datenbank: Inhalte, Benutzer, Bestellungen, Formulareingänge
  • Hochgeladene Dateien: Bilder, Dokumente, Anhänge aus Formularen
  • Programmcode und Konfiguration: die Anwendung selbst und ihre Einstellungen
  • Zertifikate und Schlüssel: getrennt verwahrt, nicht in derselben Datei

Fehlt einer dieser Teile, lässt sich aus der Sicherung kein laufendes System herstellen. Der häufigste Fall: Die Datenbank wird gesichert, die hochgeladenen Dateien nicht, und nach dem Zurückspielen zeigt die Website leere Bildrahmen.

Wo die Sicherung liegen muss

Mindestens eine Kopie gehört außerhalb der Umgebung, in der die Website läuft. Eine Sicherung auf demselben Server ist bei einem Serverausfall ebenso betroffen wie das System selbst und hilft nur gegen versehentliches Löschen.

Getrennte Aufbewahrung ist auch die Antwort auf Verschlüsselungsangriffe. Wer Zugriff auf den Server erlangt, erreicht dort liegende Sicherungen mit. Eine Kopie, auf die vom Server aus nicht geschrieben werden kann, überlebt einen solchen Angriff.

Der Rückspieltest

Hier trennt sich die Zusage vom Nachweis. Gesichert wird in fast jedem Betrieb; zurückgespielt wurde selten. Dabei zeigt sich erst beim Zurückspielen, ob die Sicherung lesbar und vollständig ist und wie lange der Vorgang tatsächlich dauert.

Ein brauchbarer Test läuft so:

  1. Eine vollständige Sicherung in eine getrennte Umgebung einspielen
  2. Die Website dort aufrufen und die wichtigsten Abläufe durchgehen
  3. Die benötigte Zeit messen und protokollieren
  4. Das Ergebnis mit der zugesagten Ausfalldauer vergleichen

Weicht die gemessene Zeit ab, wird entweder die Zusage angepasst oder die Vorbereitung geändert. Einmal jährlich genügt, zusätzlich nach jeder wesentlichen Änderung am System. Die Reihenfolge, in der die Bestandteile zurückkommen, beschreibt der Wissensbeitrag zum Wiederanlaufplan.

Wie lange Sicherungen aufbewahrt werden

Eine einzige Sicherung reicht nicht. Ein Schaden, der unbemerkt bleibt, wandert sonst in die nächste Sicherung und überschreibt den letzten brauchbaren Stand. Üblich ist eine Staffelung: mehrere Tagesstände, dazu Wochen- und Monatsstände über einen längeren Zeitraum. So bleibt auch dann ein sauberer Stand erreichbar, wenn ein Problem erst nach Wochen auffällt.

Was Sie Ihren Dienstleister fragen können

  • Wie oft wird gesichert, und welche Teile umfasst die Sicherung?
  • Wo liegt die Kopie außerhalb des Systems?
  • Wann wurde zuletzt zurückgespielt, und wie lange hat es gedauert?
  • Wie viele Stände sind verfügbar, und über welchen Zeitraum?
Die dritte Frage ist die entscheidende. Auf sie gibt es entweder ein Protokoll mit Datum oder keine Antwort. Wie sich der Betrieb insgesamt prüfen lässt, steht in der Frage, woran man einen sicher betriebenen Auftritt erkennt. Kommt es zum Ernstfall, hilft die Frage, was nach einem Angriff zu tun ist.