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Meine Website ist mit und ohne www erreichbar – ist das ein Problem?

5 Min. Lesezeit | 28. Juli 2026

Ja, wenn beide Varianten denselben Inhalt ohne Weiterleitung ausliefern: Suchmaschinen behandeln sie als zwei eigenständige Adressen mit identischem Inhalt, verteilen die Ranking-Signale darauf und bestimmen selbst eine Hauptfassung. Die Lösung ist eine dauerhafte Weiterleitung (Status 301) aller Varianten auf eine einheitliche Zieladresse, ergänzt um eine kanonische Auszeichnung. Dasselbe gilt für Protokoll-, Schrägstrich- und Parameter-Varianten.

Warum zwei erreichbare Varianten schaden

Für Besucher ist es gleichgültig, ob die Adresse mit oder ohne www beginnt – der Browser zeigt dieselbe Seite. Suchmaschinen arbeiten adressbasiert: Zwei abrufbare Adressen mit gleichem Inhalt sind zunächst zwei Seiten. Die Folgen summieren sich im Stillen. Externe Verweise landen mal auf der einen, mal auf der anderen Variante, sodass sich das Gewicht der Empfehlungen aufteilt. Die Suchmaschine wählt eigenständig eine Fassung als maßgeblich – nicht zwingend die, die Sie bevorzugen. Und jeder Crawler-Abruf der Zweitvariante ist ein Abruf ohne Mehrwert.

Ob der eigene Auftritt betroffen ist, zeigt ein einfacher Test: Rufen Sie Ihre Startseite in allen Schreibweisen auf – mit www, ohne www, mit http statt https. Landet der Browser nicht in allen Fällen sichtbar auf derselben einheitlichen Adresse, fehlt die Zusammenführung.

Die üblichen Adress-Varianten im Überblick

VarianteBeispielhafte AbweichungÜbliche Regelung
Subdomainmit und ohne wwwEine Form festlegen, andere weiterleiten
Protokollhttp und httpsImmer auf https weiterleiten
Schrägstrichmit und ohne Slash am EndeEine Form erzwingen
Groß-/Kleinschreibung/Kontakt und /kontaktKleinschreibung erzwingen
Startdatei/index-Datei und WurzeladresseAuf die Wurzeladresse führen
Eine weitere Quelle für Adress-Varianten sind angehängte Parameter aus Filtern und Kampagnen – dieser Fall folgt eigenen Regeln, die Sollten Filterseiten meiner Website in den Suchergebnissen erscheinen? beschreibt.

Die Lösung: Weiterleitung plus kanonische Auszeichnung

Die Zusammenführung besteht aus zwei Bausteinen, die sich ergänzen:

  1. Dauerhafte Weiterleitung (Status 301): Auf dem Server wird eine Regel hinterlegt, die jede Nebenvariante automatisch auf die festgelegte Hauptadresse umleitet. Besucher und Crawler landen damit immer auf derselben Fassung, und die gesammelten Signale gehen auf die Hauptadresse über. Die Regel gehört generisch formuliert, sodass sie für alle Seiten gilt – nicht nur für die Startseite.
  2. Kanonische Auszeichnung: Zusätzlich benennt jede Seite im Quelltext ihre maßgebliche Adresse selbst. Diese Auszeichnung greift auch dort, wo eine Weiterleitung nicht möglich ist, und sichert die Zusammenführung ab, falls doch einmal eine Variante erreichbar bleibt.

Die Wahl zwischen www und ohne www ist eine Geschmacksfrage ohne Auswirkung auf die Platzierung. Entscheidend ist, dass genau eine Form konsequent gilt – einmal festgelegt, sollte sie nicht mehr wechseln, damit aufgebaute Signale nicht erneut umziehen müssen.

Nach der Umstellung: Konsistenz herstellen

Mit der Weiterleitung ist die Technik erledigt, die Pflege folgt: Interne Verweise sollten direkt auf die Hauptadresse zeigen, damit nicht jeder Klick eine Weiterleitung durchläuft. Die XML-Sitemap führt ausschließlich die Hauptfassungen. Auch Einträge in Verzeichnissen, E-Mail-Signaturen und Druckunterlagen wechseln bei Gelegenheit auf die einheitliche Schreibweise. Welche Grundsätze darüber hinaus für gut strukturierte Web-Adressen gelten, fasst Wie sollten die URLs meiner Website aufgebaut sein? zusammen.

Bleibt eine Seite trotz sauberer Zusammenführung unsichtbar, liegt die Ursache woanders – die systematische Diagnose beschreibt Warum erscheint meine Website nicht in den Suchergebnissen?