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hreflang

hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen mitteilt, in welchen Sprach- und Länderfassungen eine Seite vorliegt und welche Fassung für welche Region bestimmt ist. Mehrsprachige Varianten werden dadurch als Gruppe verstanden und regional passend ausgespielt.

hreflang gehört zur technischen Indexierungs-Steuerung international ausgerichteter Websites und arbeitet mit dem Canonical-Tag zusammen, das innerhalb jeder Sprachfassung die maßgebliche Adresse benennt.

In einfachen Worten

Betreibt eine Website mehrere Sprach- oder Länderfassungen, stehen sich ähnliche Seiten gegenüber: Die deutsche und die österreichische Fassung eines Angebots unterscheiden sich womöglich nur in Währung und Ansprechpartner. Ohne Zusatzsignal behandeln Suchmaschinen solche Fassungen als konkurrierende, teils doppelte Inhalte und zeigen Suchenden mitunter die falsche Version. Das hreflang-Attribut löst diese Mehrdeutigkeit auf: Jede Seite listet alle Fassungen ihrer Gruppe mit Sprach- und optionaler Länderkennung, sich selbst eingeschlossen. Die Suchmaschine versteht die Seiten dann als Varianten eines Inhalts für verschiedene Zielgruppen und spielt je Region die passende aus. Zwei Regeln entscheiden über die Wirksamkeit: Die Auszeichnung muss wechselseitig sein – verweist die deutsche Seite auf die englische, muss die englische zurückverweisen, sonst wird die Verbindung verworfen – und sie muss auf die kanonischen Adressen zeigen. Für Suchende ohne passende Fassung lässt sich zusätzlich eine Standard-Version bestimmen.

Wozu brauche ich das?

hreflang gehört auf jede Website mit mehr als einer Sprach- oder Länderfassung – vom Maschinenbauer mit deutscher und englischer Version bis zum Anbieter mit getrennten Auftritten für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Gerade gleichsprachige Länderfassungen profitieren: Ohne Auszeichnung konkurrieren die fast wortgleichen Seiten als Duplicate Content miteinander, mit ihr erhält jedes Land seine dafür bestimmte Fassung.

Beispiel aus der Praxis

Ein Hersteller betreibt Fassungen für Deutschland und die Schweiz, beide auf Deutsch und inhaltlich weitgehend gleich. In der Schweizer Suche erscheint überwiegend die deutsche Fassung – mit Preisen in der falschen Währung und einem Kontakt ohne Schweizer Rufnummer. Nach der Einführung von hreflang listet jede Seite beide Länderfassungen mit Sprach- und Länderkennung, wechselseitig und auf die kanonischen Adressen bezogen; die deutsche Fassung wird zusätzlich als Standard-Version für alle übrigen Regionen bestimmt. Nach einigen Wochen zeigt die Schweizer Suche die Schweizer Fassung, und Anfragen aus der Schweiz erreichen den zuständigen Vertrieb.

Wirtschaftlicher Nutzen

Die richtige Länderfassung im richtigen Markt ist unmittelbar geschäftsrelevant: Währung, Rechtsangaben, Ansprechpartner und Lieferbedingungen passen zur Region, und Besucher springen seltener ab, weil sie sich nicht erst zur zuständigen Fassung durchklicken müssen. Zugleich schützt die Auszeichnung die aufgebaute Sichtbarkeit – ohne sie kann eine Fassung die andere aus den Ergebnissen verdrängen.

Typische Fehler

  • Rückverweise vergessen – einseitige hreflang-Angaben werden von Suchmaschinen verworfen.
  • Die eigene Seite nicht in die Fassungs-Liste aufgenommen – die Selbstreferenz gehört zur vollständigen Auszeichnung.
  • hreflang auf Adressen mit 301-Weiterleitung oder ohne kanonische Geltung gezeigt – die Signale laufen ins Leere.
  • Länderkennungen geraten statt geprüft – ungültige Codes setzen die gesamte Gruppe außer Kraft.
  • hreflang als Ersatz für Lokalisierung verstanden – das Attribut ordnet Fassungen zu, passende Inhalte je Markt bleiben Redaktionsarbeit.

Worauf achten?

  • Jede Fassungs-Gruppe vollständig und wechselseitig auszeichnen, Selbstreferenz eingeschlossen.
  • Ausschließlich kanonische, direkt erreichbare Adressen eintragen.
  • Eine Standard-Fassung für Suchende ohne passende Sprach- oder Länderversion bestimmen.
  • Bei vielen Fassungen die Pflege über die XML-Sitemap erwägen – dort bleiben die Gruppen zentral wartbar.
  • Nach Relaunches prüfen, ob Adress-Änderungen in allen Fassungs-Listen nachgezogen wurden.

Häufig gestellte Fragen

Was macht das hreflang-Attribut?

Es teilt Suchmaschinen mit, in welchen Sprach- und Länderfassungen eine Seite vorliegt und welche Fassung für welche Region bestimmt ist. Die Fassungen werden dadurch als Gruppe eines Inhalts verstanden und regional passend ausgespielt.

Braucht eine rein deutschsprachige Website hreflang?

Mit nur einer Fassung nicht. Sinnvoll wird die Auszeichnung ab der zweiten Sprach- oder Länderversion – auch bei gleicher Sprache für verschiedene Länder, etwa Deutschland und Österreich.

Wo wird hreflang hinterlegt?

An einer von drei möglichen Stellen: im Kopfbereich der Seite als Link-Elemente, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap. Eine Stelle genügt; bei vielen Fassungen ist die Sitemap-Variante am wartbarsten.

Ersetzt hreflang das Canonical-Tag?

Die beiden ergänzen sich: Das Canonical-Tag bestimmt innerhalb einer Sprachfassung die maßgebliche Adresse, hreflang verbindet die maßgeblichen Adressen der Fassungen untereinander. hreflang-Angaben zeigen deshalb stets auf kanonische Adressen.