Gesprochene Suchanfragen:
wie Sprachassistenten Ihre Website lesen
Wer eine Frage laut ausspricht, formuliert sie anders als beim Tippen: länger, in ganzen Sätzen und oft mit einem Ortsbezug. Ob eine Website auf diese ausformulierten Fragen antwortet, entscheidet sich an ihren Überschriften und an einem knappen Satz, der die Frage direkt beantwortet.
Eine gesprochene Suchanfrage ist eine Frage, die jemand einem sprachgesteuerten Assistenten oder der Sprachfunktion eines Geräts laut stellt, statt sie einzutippen. Sie klingt nach Alltagssprache: Wer redet, bildet ganze Sätze.
Für einen Betrieb ändert das die Ausgangslage. Eine Website, die auf kurze getippte Stichwörter ausgelegt ist, passt nicht mehr genau zu der Art, wie eine wachsende Zahl von Menschen sucht. Die Frage wird länger, sie beginnt mit einem Fragewort, und sie erwartet eine ebenso klare Antwort. Dieser Beitrag zeigt, worin sich gesprochene und getippte Anfragen unterscheiden und mit welchen Schritten eine bestehende Website auf die gesprochene Form vorbereitet wird.
Vom gesprochenen Wort zur vorgelesenen Antwort
Vier Stufen, die zwischen der Frage und der Antwort eines Assistenten liegen
Bei der gesprochenen Ausgabe zählt oft nur eine Antwort, nicht eine Liste von zehn Treffern
Was gesprochene von getippten Anfragen unterscheidet
Beim Tippen kostet jedes Zeichen Mühe, deshalb reduziert der Suchende seine Anfrage auf die tragenden Wörter. Beim Sprechen fällt diese Sparsamkeit weg, weil ein ganzer Satz schneller gesagt als geschrieben ist. Die gesprochene Anfrage rückt damit nah an die Sprache heran, in der Menschen ohnehin denken und reden.
Aus diesem Unterschied folgen drei Eigenschaften, die für die Website zählen. Sie treten selten einzeln auf, meist gemeinsam.
- Länge: Die gesprochene Anfrage umfasst häufig sechs bis zehn Wörter, wo die getippte mit zwei bis drei auskommt.
- Frageform: Sie beginnt mit einem Fragewort wie wer, was, wo, wann, wie oder warum und erwartet eine Antwort auf genau diese Frage.
- Natürliche Sprache: Sie enthält Füllwörter, Umgangssprache und die Begriffe der Kunden, nicht die Fachbegriffe aus dem eigenen Katalog.
Wie stark die Wortwahl der Kunden von der eigenen abweicht, behandelt unser Beitrag zu Kundensprache statt Fachjargon. Bei der gesprochenen Suche wiegt dieser Punkt schwerer, weil die ganze Frage in der Sprache des Suchenden ankommt.
Sprechen Sie Ihre wichtigste Leistung als ganze Frage in Ihr Smartphone, so wie ein Kunde sie stellen würde. Landet die Antwort bei Ihrer Website, arbeitet Ihre Struktur. Bleibt sie aus oder führt zu einer anderen Seite, sehen Sie die Lücke an der Stelle, an der ein möglicher Kunde sie ebenfalls sieht.
Woher gesprochene Anfragen kommen
Gesprochene Suche findet in Situationen statt, in denen die Hände oder die Augen gebunden sind. Wer am Steuer sitzt, in der Werkstatt arbeitet oder mit Einkaufstüten unterwegs ist, fragt lieber laut, als eine Tastatur zu bedienen. Diese Situationen prägen die Anfragen.
- Unterwegs auf dem Smartphone, mit unmittelbarem Bedarf und häufig örtlichem Bezug
- Über sprachgesteuerte Assistenten im Auto, in der Wohnung oder am Arbeitsplatz
- Über die Diktierfunktion in einem Suchfeld, wenn Tippen im Moment unpraktisch ist
Der gemeinsame Nenner ist ein sofortiger Bedarf. Wer laut fragt, will meist rasch eine verwertbare Antwort und nicht eine Liste zum Durchklicken. Das erklärt, warum die gesprochene Ausgabe sich häufig auf eine einzige Antwort beschränkt.
Vom Stichwort zur ganzen Frage
Der Sprung von der getippten zur gesprochenen Form lässt sich am eigenen Angebot nachvollziehen. Man nimmt ein Stichwort, nach dem Kunden bisher gesucht haben, und überlegt, wie dieselbe Person die Sache laut aussprechen würde.
- „fenster abdichten kosten“
- „heizung wartung intervall“
- „steuerberater in der nähe“
- „website dsgvo pflicht“
- „was kostet es, alte Fenster abdichten zu lassen“
- „wie oft muss eine Heizung gewartet werden“
- „wo finde ich einen Steuerberater in meiner Nähe“
- „was muss auf einer Website wegen der Datenschutzregeln stehen“
Die gesprochene Spalte zeigt, was auf der Seite vorkommen sollte: das Fragewort, das vollständige Anliegen und die Begriffe, die ein Laie verwendet. Eine Überschrift, die diese Frage aufnimmt, trifft die Anfrage genauer als eine, die nur aus dem Stichwort besteht.
Fragewörter als Ausgangspunkt
Die sechs klassischen Fragewörter decken die meisten gesprochenen Anfragen ab. Wer zu einer Leistung je eine Was-, Wie-, Wo- und Wann-Frage sammelt, hat die Grundlage für die Überschriften einer Seite beisammen. Die Antworten darauf stehen ohnehin bereits im Kopf des Betriebs, sie müssen nur in die passende Reihenfolge auf die Seite gebracht werden.
Der Antwortsatz als eigene Einheit
Ein Sprachassistent liest im Regelfall eine kurze Passage vor. Damit diese Passage trägt, muss sie die Frage vollständig beantworten, ohne dass der Zuhörer den Rest der Seite kennt. Ein Antwortsatz ist deshalb ein Satz oder eine kleine Gruppe von Sätzen, die für sich stehen und die Frage direkt aufgreifen.
Der Antwortsatz steht am besten unmittelbar unter der Überschrift, die die Frage stellt. Er beginnt mit der Antwort, nicht mit einer Hinführung. Erst danach folgen die Ausführung, die Bedingungen und die Ausnahmen. Diese Reihenfolge nützt auch dem Besucher, der die Seite überfliegt und die Kernaussage sofort finden will.
Wie oft muss eine Heizung gewartet werden?
Antwortsatz direkt darunterEine Heizung wird einmal im Jahr gewartet, am besten vor Beginn der Heizperiode. Bei älteren Anlagen oder starker Nutzung kann ein zweiter Termin sinnvoll sein.
Der knappe Antwortsatz wirkt über die Sprachsuche hinaus. Eine Suchmaschine kann ihn als hervorgehobene Antwort über den übrigen Ergebnissen zeigen, und dieselbe hervorgehobene Antwort ist häufig die Quelle, aus der ein Assistent vorliest. Wie Inhalte darüber hinaus in den Antworten von KI-Systemen erscheinen, behandelt unser Beitrag dazu, wie Ihre Website in KI-Antworten auftaucht.
Die Antwort auf eine Frage steht erst im dritten Absatz, nach einer langen Hinführung über die Bedeutung des Themas. Ein Assistent findet dann keine geschlossene Passage zum Vorlesen, und der überfliegende Besucher gibt vorher auf. Die Antwort gehört an den Anfang, die Einordnung dahinter.
Was die Seitenstruktur leisten muss
Damit ein System die passende Antwort auf einer Seite findet, muss die Seite in klar abgegrenzte Abschnitte geteilt sein. Ein durchlaufender Textblock ohne Zwischenüberschriften gibt kaum einen Anhaltspunkt, welche Stelle zu welcher Frage gehört. Vier Bausteine bringen die nötige Ordnung.
- Überschriften als Fragen. Eine Zwischenüberschrift nimmt die reale Frage auf, statt nur ein Schlagwort zu nennen. So wird für Mensch und Maschine erkennbar, welche Frage der folgende Abschnitt beantwortet.
- Ein Abschnitt je Frage. Jeder Abschnitt behandelt genau ein Anliegen und bleibt ohne die Nachbarabschnitte verständlich. Das entspricht der Art, wie Suchsysteme Inhalte in einzelne Teile zerlegen.
- Antwort zuerst. Der erste Satz des Abschnitts beantwortet die Frage der Überschrift. Was danach kommt, führt aus und schränkt ein.
- Lesbarer Text statt Bild. Öffnungszeiten, Preise für benannte Leistungen und Kontaktdaten stehen als markierbarer Text auf der Seite und nicht in einer Grafik. Was im Bild steckt, kann kein System vorlesen.
Ein Teil dieser Ordnung lässt sich zusätzlich für Maschinen kennzeichnen, etwa Öffnungszeiten oder eine Frage-Antwort-Gruppe. Wie eine solche Auszeichnung im Quelltext funktioniert, beschreibt unser Beitrag zu strukturierten Daten auf der Website.
Gesprochene Anfragen mit örtlichem Bezug
Ein großer Teil der laut gestellten Fragen richtet sich auf einen Ort. Wer unterwegs nach einem Betrieb sucht, sagt „in der Nähe“ oder nennt den Ortsnamen. Für regionale Betriebe ist das die wichtigste Gruppe gesprochener Anfragen, weil die Antwort direkt zu einem Anruf oder Besuch führen kann.
Damit die Website solche Anfragen bedient, gehören die Angaben zur Erreichbarkeit als Text auf die Seite und stimmen mit den Angaben überein, die an anderer Stelle über den Betrieb im Netz stehen.
- Vollständiger Firmenname, Adresse und Telefonnummer als Text, einheitlich über alle Seiten
- Das bediente Einzugsgebiet mit den Orten, die tatsächlich zur Sprache kommen
- Öffnungszeiten, die aktuell gehalten werden, samt abweichender Zeiten an Feiertagen
- Eine eigene Seite je Standort, wenn ein Betrieb an mehreren Orten erreichbar ist
Der Weg, über den Betriebe in den Ergebnissen von KI-gestützten und sprachgesteuerten Suchen sichtbar werden, ist Thema unseres Beitrags dazu, wie Sie sichtbar in KI-Suchen werden. Der örtliche Bezug ist dabei einer der stärksten Hebel für regionale Anbieter.
Wo die Vorlesbarkeit endet
Nicht jede Frage eignet sich für eine vorgelesene Antwort, und nicht jede Ausgabe eines Assistenten lässt sich von außen steuern. Ein Betrieb bereitet seine Inhalte so vor, dass sie eine gute Antwortquelle abgeben. Ob und wie ein System sie vorliest, bleibt außerhalb seiner Kontrolle.
- Komplexe Themen mit vielen Bedingungen lassen sich nicht in einem vorlesbaren Satz beantworten und brauchen die ausführliche Seite.
- Welche Quelle ein Assistent auswählt und ob er sie nennt, entscheidet das jeweilige System, nicht der Betrieb.
- Angaben, die häufig wechseln, taugen nur als vorgelesene Antwort, wenn sie zuverlässig aktuell gehalten werden.
Die Arbeit an gesprochenen Anfragen zahlt sich auch dann aus, wenn keine Antwort vorgelesen wird. Klare Fragen als Überschriften, ein Antwortsatz vorneweg und abgegrenzte Abschnitte verbessern die getippte Suche und das Lesen am Bildschirm gleichermaßen. Der Aufwand geht damit nicht ins Leere, selbst wenn ein einzelnes Assistenzsystem eine Seite nicht heranzieht.
So prüfen Sie Ihre Website
Für den ersten Durchgang genügen ein Smartphone und eine Liste der Fragen, die im Betrieb am häufigsten gestellt werden. Die folgenden sechs Punkte zeigen, an welcher Stelle eine gesprochene Anfrage heute noch ins Leere läuft.
Führt Ihre wichtigste Leistung, als ganze Frage ausgesprochen, zu einer Ihrer Seiten?
Findet sich zu jeder häufigen Frage eine Zwischenüberschrift, die diese Frage aufnimmt?
Beantwortet der erste Satz unter der Überschrift die Frage, ohne lange Hinführung?
Bleibt der Abschnitt verständlich, wenn man nur ihn liest und den Rest der Seite weglässt?
Stehen Name, Adresse und Öffnungszeiten als markierbarer Text auf der Seite und nicht im Bild?
Sind Name, Adresse und Zeiten überall im Netz gleich geschrieben und aktuell?
Die Punkte eins bis vier betreffen den Aufbau der Inhalte und lassen sich redaktionell auf den bestehenden Seiten lösen. Die Punkte fünf und sechs reichen in die Pflege der Betriebsangaben, weil sie eine feste Zuständigkeit voraussetzen.
Die häufigsten Fehler bei gesprochenen Anfragen
Die folgenden fünf Muster führen dazu, dass eine gesprochene Anfrage keine passende Antwort auf der eigenen Website findet.
Die Seiten sind auf kurze getippte Begriffe gebaut, ausformulierte Fragen kommen nirgends vor
Die Antwort steht erst nach einer langen Einleitung und lässt sich nicht als Passage vorlesen
Öffnungszeiten und Kontakt stecken in einer Grafik und sind für kein System lesbar
Die Seite nennt den Katalogbegriff, die Kunden fragen mit einem ganz anderen Wort
Name, Adresse oder Zeiten stehen an verschiedenen Stellen im Netz unterschiedlich
Die ersten drei Muster verhindern die Antwort, die beiden letzten führen zur falschen oder zu gar keiner Zuordnung.
Häufig gestellte Fragen
Eine gesprochene Suchanfrage ist eine Frage, die jemand einem sprachgesteuerten Assistenten oder der Sprachfunktion eines Geräts laut stellt, statt sie zu tippen. Weil das Sprechen leichter fällt als das Tippen, formulieren Menschen dabei ganze Sätze in natürlicher Sprache, meist als Frage mit einem Fragewort am Anfang. Die Anfrage ist länger, näher an der Alltagssprache und häufig mit einem örtlichen oder zeitlichen Bezug versehen, etwa wenn jemand nach einem Betrieb in der Nähe oder nach heutigen Öffnungszeiten fragt.
Wer tippt, kürzt ab und reiht Stichwörter aneinander, um Aufwand zu sparen. Wer spricht, verwendet vollständige Sätze, weil das dem natürlichen Sprechen entspricht. Aus dem getippten Fragment „öffnungszeiten schreiner hildesheim“ wird gesprochen die Frage „wann hat die Schreinerei in Hildesheim heute geöffnet“. Die gesprochene Anfrage ist länger, enthält Fragewörter und Füllwörter und trägt oft einen Ortsbezug. Für die Website bedeutet das, dass eine passende Überschrift und eine knappe Antwort auf genau diese ausformulierte Frage vorhanden sein sollten.
Ein Neubau ist dafür in aller Regel nicht nötig. Die Anpassungen betreffen Struktur und Text: Überschriften, die eine reale Frage wortwörtlich aufnehmen, ein knapper Antwortsatz direkt unter der jeweiligen Überschrift und Abschnitte, die für sich verständlich bleiben. Das sind redaktionelle Schritte auf bestehenden Seiten. Sie verbessern zugleich die getippte Suche und die Lesbarkeit für Besucher, sodass die Arbeit über die Sprachsuche hinaus wirkt.
Die zuverlässigste Quelle sind die Fragen, die bereits täglich am Telefon, im Verkaufsgespräch und in E-Mail-Anfragen ankommen. Wer diese Fragen über einige Wochen mitschreibt, erhält eine Liste im tatsächlichen Wortlaut der Kunden. Ergänzend zeigen die Auswertungen der Suchfunktion auf der eigenen Website und die Vorschläge, die eine Suchmaschine beim Eintippen einer Frage ergänzt, in welcher Form Menschen suchen. Aus dieser Sammlung entstehen die Überschriften und Antwortsätze der Seiten.
Der knappe Antwortsatz wirkt an mehreren Stellen. Ein Sprachassistent kann ihn vorlesen, eine Suchmaschine kann ihn als hervorgehobene Antwort über den Ergebnissen zeigen, und ein Besucher, der die Seite überfliegt, findet die Kernaussage sofort. Ein Satz, der eine Frage vollständig und ohne Umschweife beantwortet, dient damit der Sprachsuche, der getippten Suche und dem Lesen gleichermaßen.
Ein großer Teil der gesprochenen Anfragen hat einen örtlichen Bezug, weil Menschen unterwegs oder mit dem Smartphone in der Hand fragen. Formulierungen wie „in der Nähe“ oder die Nennung eines Ortsnamens sind häufig. Damit eine Website solche Anfragen bedient, gehören der vollständige Firmenname, die Adresse, das Einzugsgebiet und die Öffnungszeiten als lesbarer Text auf die Seite und nicht in ein Bild oder eine Kartengrafik. So kann ein System den Ortsbezug einer Anfrage mit den Angaben der Seite zusammenführen.
Eine Website, die auf Fragen antwortet
Gesprochene Suche verlangt keine neue Website, sie verlangt einen anderen Zuschnitt der Inhalte. Wer die realen Fragen seiner Kunden sammelt, sie als Überschriften setzt und jede mit einem knappen Satz vorneweg beantwortet, baut eine Seite, die auf die ausformulierte Frage passt. Dieselbe Arbeit stärkt die getippte Suche und die Lesbarkeit, sodass sie sich unabhängig davon lohnt, über welchen Weg die Frage kommt.
Neben dem Aufbau der einzelnen Seite steht die laufende Pflege. Jemand muss die Fragen der Kunden regelmäßig mitschreiben, die Öffnungszeiten und Kontaktangaben aktuell halten und darauf achten, dass diese Angaben an jeder Stelle im Netz gleich lauten. Fehlt diese Zuständigkeit, geben die Seiten irgendwann Antworten, die nicht mehr stimmen, ohne dass es jemandem auffällt.
Wir prüfen Ihre Website in 1 Werktag auf gesprochene Suchanfragen – und nennen die Fragen, auf die sie noch keine knappe Antwort gibt.
Künstliche Intelligenz Schritt für Schritt verstehen.
Wöchentlich ein klar aufbereiteter KI-Fachbeitrag für den Mittelstand. Jederzeit abbestellbar.
Zu den KI-News